Helmut Becker versucht sich nun als Berater für Autohäuser
Der Autokönig fängt wieder unten an

Noch hat sich der Ex-König der Edelkarossen, Helmut "Auto" Becker" nicht von der Pleite senes Düssedorfer Autoimperiums erholt. Jetzt will Becker als Berater wieder auf die Beine kommen.

DÜSSELDORF. Pleitier Becker wieder da“, titelte „Bild“. Und die Boulevard-Konkurrenz „Express“ verkündete, dass Becker mit dem neuen Autohaus „High Class Cars International“ in Köln durchstarten will. Hat sich der Ex-König der Edelkarossen, Helmut „Auto“ Becker, schon von der Pleite seines Düsseldorfer Autoimperiums erholt?

„Nein“, sagt Becker am Telefon, während er durch die Gegend braust. „Das Autohaus gehört nicht mir, sondern meinem Partner Bülent Turhan. Ich habe da nur ein Büro.“ Dort, in einem Raum seiner ehemaligen Kölner Filiale, sitzt die Ein-Mann-Firma Helmut Becker Consulting GmbH. „Ich nehme Fahrzeuge von Kunden in Kommission und versuche, sie dann über das Autohaus zu verkaufen.“

Jahrzehntelang lieferte der groß gewachsene 61-Jährige den Reichen und Schönen in Deutschland exklusiv ihre Maseratis, Ferraris und Rolls-Royce und zählte sich auch zur Promi-Szene. In den Düsseldorfer Showräumen führte er rund 1 000 Autos vom Mini über die Marken Nissan und Opel bis zu Edelfahrzeugen und kam zuletzt mit 250 Mitarbeitern auf rund 100 Millionen Euro Umsatz. Doch sein „faszinierendstes Autohaus der Welt“ musste im Frühjahr 2002 Konkurs anmelden. Hinzu kamen private Probleme. Erst sorgte Becker mit seiner Geliebten Tatjana Gsell, der Frau eines vermögenden Schönheitschirurgen, für Schlagzeilen. Als der Doktor auf mysteriöse Weise ums Leben kam, war es mit Beckers Neuanfang im spanischen Marbella vorbei. Inzwischen ist er zu seiner Frau zurückgekehrt und gibt München als Hauptwohnsitz an

.

In seinem neuen Leben als Berater will der Rheinländer mit dem ausgeprägten Selbstbewusstsein auch Seminare für Autohändler veranstalten, „damit die aus ihrem Autohaus eine Top-Marke machen“. Die Pläne, die er mit Partnern verwirklichen will, stoßen in der Branche auf Skepsis. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich ein solides Unternehmen von Herrn Becker beraten lässt“, sagt etwa Friedrich-Karl Bonten, Vorsitzender des Verbandes der Fiat- und Lancia-Händler.

Becker kann das nicht erschüttern. Er will noch mal „ganz von unten anfangen“ und arbeitet 14 bis 16 Stunden täglich, aber ohne seinen Glas-Schreibtisch mit integriertem Ferrari-Motorblock. Der wurde versteigert. „Small is beautiful“, sagt er am Telefon und verabschiedet sich.

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