Henry McKinnell
198 Millionen Dollar zum Abschied

Der Chef des weltgrößten Pharmakonzern Pfizer wird bei seinem Abschied von dem Posten im Februar insgesamt 198 Millionen Dollar von dem Unternehmen erhalten. Das teilte Pfizer am Donnerstag mit. Der Betrag setze sich aus einer Abfindung, Boni, Aktien sowie weiteren Zahlungen zusammen.

HB NEW YORK. Henry McKinnell hatte eigentlich bis Februar 2008 als Konzernchef bleiben sollen. Zuletzt stand er bei den Investoren allerdings zunehmend in der Kritik. Die mäßige Entwicklung der Pfizer-Aktien wurde ihm ebenso vorgeworfen wie ein Mangel an neuen Produkten. Pfizer stellt unter anderem den Cholesterinsenker Lipitor und das potenzsteigernde Mittel Viagra her.

McKinnell hatte das Ruder beim Pharmariesen vor fünf Jahren übernommen und mit großen Akquisitionen an die Weltspitze geführt. Dem 63-Jährigen gelang es jedoch nicht, Pfizer unter dem Druck auslaufender Patente und hoher Entwicklungskosten für neue Medikamente auf Wachstumskurs zu halten. Er galt als jähzornig – sein umstrittener Führungsstil isolierte ihn intern und extern. „Investoren sind frustriert darüber, dass McKinnell das Unternehmen so autokratisch geführt und einige Probleme geleugnet hat“, sagte David Risinger, Analyst beim Brokerhaus Merrill Lynch in New York im Juli 2006 anlässlich des Wechsels.

Pfizer-Kurs fiel seit McKinnells Amtsantritt um 40 Prozent

Die Ära McKinnell war vor allem von der Übernahme der beiden Konkurrenten Warner-Lambert und Pharmacia geprägt. Diese Käufe machten Pfizer zwar zum Branchenprimus mit einem Jahresumsatz von zuletzt 51 Mrd. Dollar und weltweit 110 000 Mitarbeitern. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel aber seit dem Amtsantritt McKinnells 2001 um 40 Prozent.

Auf McKinnells Nachfolger Jeffrey B. Kindler kommt jetzt die Aufgabe zu, einerseits zügig neue Heilmittel auf den Markt zu bringen, andererseits die Patente für die wichtigsten Mittel möglichst lange gegen Nachahmerprodukte (Generika) zu verteidigen. Für das Antibiotikum Zithromax und das Anti-Depressivum Zoloft hat Pfizer bereits den Patentschutz verloren. Das Cholesterol senkende Mittel Lipitor, mit einem Jahresumsatz von zwölf Mrd. Dollar der Bestseller, muss ebenfalls Generika-Konkurrenz fürchten.

Für Pfizer bedeutet die Ernennung von Kindler jedoch einen Bruch mit der Tradition - setzte das Unternehmen doch bislang auf Eigengewächse bei der Besetzung von Führungspositionen. Der neue Chef kam dagegen erst vor vier Jahren zu Pfizer - und zwar von der Burger-Kette McDonald's.

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