Herbert Henzler, der deutsche McKinsey
Sein Adressbuch ist ein Schatz

Herbert Henzler, der deutsche McKinsey, kann es nicht lassen und baut weiter an Netzwerken. Bei Siemens und Credit Suisse mischt er tatkräftig mit – immer im Hintergrund. Selten zuvor war er als Ratgeber im Hintergrund so gefragt.

MÜNCHEN. In den vergangenen Tagen ist es noch schwieriger geworden, an den Mann im azurblauen Anzug heranzukommen. In seinem letzten Buch hat Herbert Henzler, der Inbegriff des McKinsey-Beraters hier zu Lande, vom „Abstand des Ausgeschiedenen“ gesprochen.

Der „Ausgeschiedene“, das ist typisch Henzler, als hätte er mit den Augen gezwinkert, als er das geschrieben hat. Sein ironischer Humor hat schon so manchen Manager zur Verzweiflung gebracht. Wenn dieser Mann irgendetwas nicht ist, dann ausgeschieden. Er ist mittendrin. Ein deutscher Unruheständler, weltweit vernetzt.

Die vergangenen Tage: Erst die Präsentation des Gutachtens „Bayern 2020“ beim bayerischen Ministerpräsidenten, die Zukunftsstudie, an der Henzler als Vorsitzender der Expertengruppe entscheidend mitgeschrieben hat. Henzler steht im Rampenlicht, Milliarden für Bildung soll Bayern spendieren, das ist seine Handschrift.

Dann, fast parallel, die Schicksalswoche von Siemens, die Welle der Rücktritte, die Verunsicherung, das Chaos, wenn man so will. Selten zuvor war er als Ratgeber im Hintergrund so gefragt. Fast 30 Jahre hat er für Siemens gearbeitet, kaum ein Externer kennt den Konzern und seine Probleme so gut wie er. Bis zuletzt hat er sich für Klaus Kleinfeld eingesetzt – das ist eine andere Geschichte. Balzer und Stoiber, Reitzle und Beckenbauer, alle reden mit Henzler.

Sein Lächeln hat etwas Verschmitztes, auch damit ist er so eine Art Antipode zum zweiten deutschen Großberater, Roland Berger. Henzler und Berger, das klingt wie zwei parallele Karrieren, beide haben Unternehmensberatung in Deutschland erst hoffähig gemacht. „Wir kennen uns gut, ich schätze ihn als Unternehmer, aber als Freunde würde ich uns nicht bezeichnen“, sagt Henzler. Dafür haben sich beider Wege auch zu oft gekreuzt, Konkurrenz hinterlässt Spuren.

Drei Tage in der Woche arbeitet der McKinsey-Altmeister in seinem Büro in einer schönen Gründerzeit-Villa im feinen München-Bogenhausen. Hier hat die Credit Suisse ihre Münchener Dependance. Henzler, der Berater, ist unter die Banker gegangen, seit vorigem Jahr sitzt er dem Beirat der Credit Suisse in Deutschland vor. Zugleich dient er dem Chairman des Konzerns, Walter Kielholz, als Senior Advisor. Im Hintergrund entscheidend zu wirken, aus der Tiefe des Raums sozusagen, das hat Henzler, in seinen drei Jahrzehnten für McKinsey und dann darüber hinaus perfektioniert.

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