Herbert Lütkestratkötter
Hochtief-Chef kämpft um seine Unabhängigkeit

Herbert Lütkestratkötter mag keinen Wirbel um seine Person. Der Mann tritt nur sehr selten in der Öffentlichkeit auf und gibt kaum Interviews. Am vergangenen Freitag war jedoch alles anders. Da machte der 60-jährige Hochtief-Chef eine Ausnahme. Ein Zeichen für den Ernst der Lage beim Kampf für die Unabhängigkeit des Baukonzerns.
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DÜSSELDORF. "Herr Dr. Lütkestratkötter steht jeder Zeitung ganz kurz für ein Interview zur Verfügung", kündigte sein Pressesprecher vergangenen Freitag überraschend an. Wenig später klingelt das Telefon - nach fünf Minuten ist alles wieder vorbei.

Dass Hochtief-Chef Lütkestratkötter sich zu so einer Spontanaktion hinreißen lässt, zeigt, wie ernst die Lage ist. Der stand- und wehrhafte "bekennende Westfale" sieht das bedroht, was er bisher am vehementesten verteidigt: die Unabhängigkeit von Hochtief - und damit auch seine eigene als Vorstandschef. Denn der spanische Großaktionär ACS will langfristig seinen Anteil an Deutschlands größtem Baukonzern auf über 50 Prozent erhöhen und so den Konzern kontrollieren.

Vom spanischen Partner überrascht

Lütkestratkötter, der in der Konzernzentrale in Essen nur "Dr. Lü" heißt, hält das für keine gute Idee. Denn zuvor war von einer Übernahme keine Rede. "Partner gehen eigentlich so miteinander um, dass keiner den anderen überrascht", sagt er leicht gekränkt im Interview. Als er im April 2007 an die Vorstandsspitze rückte, war ACS gerade mit 25,1 Prozent bei Hochtief eingestiegen. Lütkestratkötter musste also von Anfang an mit dem neuen Partner auskommen.

Da der Vorstandschef, der auf einem westfälischen Bauernhof aufwuchs, ein geradliniger, aber vorsichtiger Mensch ist, etabliert er im Lauf der Jahre Sonderkündigungsklauseln. Die sogenannten Giftpillen sollen einen Angreifer abschrecken, der die Mehrheit anstrebt.

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