Herbert Lütkestratkötter
Neuer Hochtief-Chef setzt auf Konstanz

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief bekommt im April 2007 einen neuen Chef: Herbert Lütkestratkötter. Der 56-jährige promovierte Maschinenbauingenieur gehört dem Vorstand von Hochtief bereits seit Dezember 2003 an und verantwortete bislang das für den Konzern immer wichtigere Dienstleistungsgeschäft. Der von den Mitarbeitern als zupackend und entscheidungsstark beschriebene Westfale hat auch das Zukunftsgeschäft mit der öffentlichen Hand aufgebaut, die Entwicklung von Public-Private-Partnership-Projekten (PPP).

HB DÜSSELDORF. Völlig überraschend hatte Hans-Peter-Keitel, 59, am Dienstagabend sein Amt als Vorstandschef niedergelegt. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis zum Jahr 2010. Er beinhaltete aber eine Option, bereits mit 60 Jahren auszuscheiden, die Keitel nun gezogen hat. Nach fast 15 Jahren an der Spitze des Baukonzerns nannte Keitel in einem Brief an die Mitarbeiter „ausschließlich private Gründe“ als Motiv für seinen Rückzug. Der gegenüber Mitarbeitern und Analysten oft distanzierte Vater dreier Kinder will sich für ein Amt im Aufsichtsrat des Konzerns bewerben. Gleichzeitig hat er Spaß an der Politik gewonnen und wird bis mindestens Mitte 2008 Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie bleiben.

Kein Strategiewechsel bei Hochtief

Mit dem Führungswechsel sei kein Wechsel der Strategie des Baukonzerns verbunden, betonte Lütkestratkötter gegenüber dem Handelsblatt. Dies sei nicht erforderlich. Es gebe schöne Wachstumsmöglichkeiten, insbesondere im deutschen PPP-Geschäft: „Wir setzen weiter auf den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts.“ Davon versprechen sich die Baukonzerne mehr Unabhängigkeit vom stark zyklischen reinen Baugeschäft. Stärker vernetzen will der begeisterte Marathonläufer aber die Unternehmensbereiche des Konzerns, um Synergien zu heben. Die Börse begrüßte die Nachricht über den Führungswechsel bei Hochtief mit einem leichten Kursplus.

Hochtief hat sich unter der Führung des Hobbyalpinisten Keitel zu einem der international größten Baudienstleister entwickelt. „Keitel und ich kennen uns schon seit 1978 aus unserer gemeinsamen Zeit bei Lahmeyer“, betonte Lütkestratkötter Gemeinsamkeiten. Das Ingenieurunternehmen wirkte unter anderem am Bau des Eurotunnels unter dem Kanal zwischen Frankreich und Großbritannien mit.

Lütkestratkötter kam über Lahmeyer, für das er zwanzig Jahre tätig war, und als Vorstandsvorsitzender der Berliner Dienstleistungsgruppe Dussmann zu Hochtief. Als Vorstandsmitglied des Baukonzerns Philipp Holzmann hatte er außerdem Erfahrungen im internationalen Projektgeschäft gesammelt.

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