Heute ist der Tag von Klaus Esser
Josef Ackermann will schweigen

Der Mannesmann-Prozess ist heute in die zweite Verhandlungswoche gestartet. Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, will keine Fragen der Ankläger beantworten, ließ sein Verteidiger durchblicken.

HB DÜSSELDORF. Das spektakuläre Wirtschaftsstrafverfahren um Millionenprämien wurde am gleichen Tag mit den Aussagen des früheren Mannesmann-Chefs Klaus Esser fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Ackermann, Esser und vier weiteren Mitangeklagten schwere Untreue und Beihilfe dazu vor. Dabei geht es um Prämienzahlungen in Höhe von knapp 60 Millionen Euro an ehemalige Mannesmann-Manager im Zusammenhang mit der Übernahme des Unternehmens durch den britischen Mobilfunkbetreiber Vodafone vor vier Jahren.

Esser wies zu Beginn seiner Aussage erneut die Vorwürfe der Staatsanwälte zurück. Der frühere Mannesmann-Chef, der alleine 60 Mill. DM (rund 30 Mio Euro) an Abfindungen und Prämien erhalten hat, steht wegen Beihilfe zur Untreue vor Gericht. Weder das Unternehmen noch die Aktionäre seien durch die Zahlungen geschädigt worden. Durch den Kursanstieg hätten sie vielmehr riesige Gewinne gemacht, betonte Esser.

Den Angeklagten steht es frei, sich der Befragung zu stellen. Einige haben schon angedeutet, nach ihrer Aussage zunächst keine weiteren Auskünfte mehr geben zu wollen. Für die angeklagten Manager und Gewerkschafter birgt ein solches "Kreuzverhör" von Gericht und Anklägern das Risiko, sich in mögliche Widersprüche zu verstricken. Es ist aber auch die Chance, die Unschuld zu untermauern und das Gericht durch Offenheit zu beeindrucken. Aus möglichen Fragen des Gerichts könnten die Parteien zudem Schlüsse ziehen, inwieweit das Geschehen um die Übernahme von Mannesmann für die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Brigitte Koppenhöfer noch aufklärungsbedürftig ist.

Der frühere Vodafone-Chef Chris Gent wird am 25. März als Zeuge im Mannesmann-Prozess aussagen. Der britische Manager habe sein Erscheinen verbindlich zugesagt, sagte die Vorsitzende Richterin am Düsseldorfer Landgericht, Brigitte Koppenhöfer, am Mittwoch. Auch der Manager Canning Fok vom ehemaligen Mannesmann-Großaktionär Hutchison Whampoa, der die Millionenprämie für Esser vorgeschlagen haben soll, habe sich zu einer Video-Vernehmung bereit erklärt.

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