Hightech, Tricks und Diskotheken
Gegen den Strom geschwommen

Mancher schweigt erst mal, wenn er auf Mirko Kovats angesprochen wird. Lutz Klutentreter zum Beispiel, Betriebsrat beim angeschlagenen Schweizer Industrieunternehmen Unaxis und insbesondere zuständig für die Unaxis-Tochter Leybold in Köln. Eine Kunstpause legt er ein, bevor er etwas zum neuen Eigentümer bei Unaxis sagen will. Dann fallen ihm Geschichten ein, wie die von der österreichischen VA-Tech, wo Kovats seine Beteiligung schnell versilberte.

HB WIEN. Andere sehen in dem freundlichen Herren aus Österreich, der sich derzeit auf Einkaufstour in der deutschsprachigen Unternehmenslandschaft befindet, einen Vertreter jener Spezies, die seit kurzem mit dem Gattungsbegriff „Heuschrecken“ belegt ist. Kovats selbst hat für solche Ausdrücke nur Spott übrig. Die SPD sei auf dem Wählermarkt damit ja wohl „short“ gegangen, stellt er belustigt fest.

Wer ist dieser Mirko Kovats? Sparsam, hart, pingelig, fleißig seien Attribute, die auf ihn passen, sagt der 57-jährige Wiener selbst. „Sehr fleißig“, fügt er hinzu, „allerdings nicht aus Leidensdruck.“

Das Lächeln, das dazu seine schmalen Lippen umspielt, erzählt mehr. Sein erstes Geld hat er, der in Zeitungen stets etwas hilflos als „Industrieller“ bezeichnet wird, im Geschäft mit dem Ostblock verdient. Als das nicht mehr lief, verlegte er sich auf Hotel- und Büroprojekte. Anteile an drei Diskotheken, darunter auch den Kult-Tanztempel U4 in Wien, nennt er noch immer sein eigen: „Ich war aber vor zwölf Jahren das letzte Mal dort“ – das Image des Disko-Besitzers behagt ihm nicht.

Sichtlich angenehmer ist es dem beinahe kahlköpfigen Großinvestor, mit den ganz Großen in der Zunft der so genannten Industriellen verglichen zu werden. Warren Buffet zum Beispiel. Einer, der immer gegen den Strom geschwommen ist. Kovats gefällt das: „Ich war nie ein Anhänger der New Economy, sondern stets der True Economy“, sagt er.

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