Hilmar Kopper geht: Manfred Bischoff soll Daimler-Aufsichtsrat führen

Hilmar Kopper geht
Manfred Bischoff soll Daimler-Aufsichtsrat führen

Wachwechsel an der Spitze des Daimler-Chrysler-Aufsichtsrats: Der frühere EADS-Chairman Manfred Bischoff soll Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper als Vorsitzenden ablösen. Kopper scheidet nach 17 Jahren an der Spitze aus dem Kontrolleursgremium aus.

HB STUTTGART. Dies geht aus der am Dienstag in Stuttgart veröffentlichten Einladung für die Hauptversammlung des deutsch-amerikanischen Autobauers hervor. Bischoff soll im Anschluss des Aktionärstreffens am 4. April in Berlin gewählt werden. Anstelle von Kopper soll künftig Clemens Börsig die Deutsche Bank im Aufsichtsrat vertreten.

Mit der geplanten Wahl von Bischoff steht dann zum ersten Mal kein Spitzenvertreter der Deutschen Bank dem Daimler-Chrysler-Gremium vor. Bischoff ist seit April vergangenen Jahres Mitglied des Kontrollgremiums des deutsch-amerikanischen Konzerns. Der am 22. April 1942 geborene Schwabe ist ein Eigengewächs von Daimler-Chrysler. Er gehörte auch eine Zeit lang dem Vorstand des Autobauers an, war aber im Dezember 2003 ausgeschieden, weil das Führungsgremium verkleinert worden war.

Die Berufung von Bischoff zum Aufsichtsratschef ist keine Überraschung. Das hatte der Autobauer schon vor längerer Zeit angekündigt. Der Finanzexperte gilt als kühler Rechner. Er hatte den früheren Konzernlenkers Jürgen Schrempp bei der früheren Dasa an der Spitze des Luft- und Raumfahrtkonzerns abgelöst. Um bei der neu gegründeten EADS den Posten eines der beiden „Chairmen“ - vergleichbar mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden - zu übernehmen, hatte Bischoff 2000 seinen Posten als Vorstandschef der Dasa abgegeben. Er blieb aber Mitglied des Daimler-Chrysler-Vorstands und war dort für das Geschäftsfeld Aerospace und die industriellen Beteiligungen verantwortlich.

Bei der aktuellen Krise von EADS war Bischoff mit in die Verhandlungen über das Sanierungsprogramm eingebunden, da er dem Board of Directors des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns vorsteht. Der Vater von zwei Kindern und promovierte Volkswirt wollte eigentlich Professor werden. Doch daraus wurde nichts. Bischoff wird ein guter Draht zum heutigen Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche nachgesagt. Der Schwabe kam 1976 zu Daimler-Chrysler. Dort koordinierte er zunächst ein Projekt zum Bau eines Geländewagens. Daraus ging später die G-Klasse hervor, deren Entwicklungschef Zetsche war.

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