Hilmar Kopper wird 70 Jahre alt
Ein harter Banker mit weichem Kern

Sein Büro in der Deutschen Bank hat er noch. Aber seit der ehemalige Vorstandssprecher Hilmar Kopper seinen Wohnsitz in den Westerwald verlegt hat, lässt er sich in Frankfurt nicht mehr so häufig sehen. „48 wunderbare Jahre“ lang hat Kopper, der am 13. März seinen 70. Geburtstag feiert, für Deutschlands mächtigstes Geldhaus gearbeitet, wenn auch am Anfang nur widerwillig.

HB FRANKFURT/M.Eigentlich wollte der Sohn eines westpreußischen Landwirts am liebsten Architekt werden. Doch als Vertriebener konnte der Vater nur einem seiner Kinder ein Studium finanzieren, für Kopper blieb die Banklehre, „die schadet ja nie“. In der Filiale Köln-Mülheim startete Kopper seine Laufbahn bei der Deutschen Bank völlig unspektakulär.

Der Banker wider Willen stieg rasch auf. 1977 rückte er in den Vorstand, und damit war seine Karriereplanung eigentlich abgeschlossen. Doch die Ermordung des damaligen Vorstandssprechers Alfred Herrhausen 1989 änderte das schlagartig: Kopper wurde zum Nachfolger gewählt. Auf den ersten Blick schien ein größerer Gegensatz kaum denkbar. Auf der einen Seite der feinnervige Herrhausen, der Stratege der Deutschland AG und begnadete Bankiers-Darsteller. Auf der anderen Seite Kopper, der wuchtige Mann mit dem scheinbar schläfrigen und trotzdem lauernden Blick.

Fragt man ehemalige Mitarbeiter, dann erzählen sie von einem ganz anderen Menschen, von Humor, von Warmherzigkeit und einem freundlichen Typ mit viel Gemüt. Nach innen, in die Deutsche Bank hinein, habe Kopper vielleicht sogar mehr bewegt als der Charismatiker Herrhausen.

Kopper stellte die Weichen, die noch heute die Richtung der Bank bestimmen: der Ausbau zum Global Player und der Einstieg ins Investment-Banking im großen Stil. Pannen gab es in Koppers Amtszeit allerdings auch: Die Pleite von Sachsen-Milch oder der Skandal um die Ölgeschäfte der Metallgesellschaft. Und natürlich der berühmte Satz von den Peanuts, mit denen Kopper 25 Mill. Euro unbezahlter Handwerkerrechnungen nach der Pleite des Baulöwen Schneider verglich.

1997 wechselte Kopper als Chefaufseher in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. 2002 verabschiedete er sich offiziell endgültig vom mächtigsten Geldhaus. Sein Lieblingsmandat hat er allerdings behalten, den Aufsichtsratsvorsitz bei Daimler-Chrysler. Mit Jürgen Schrempp, dem Chef des Autobauers, verbindet ihn eine echte Freundschaft. Gemeinsam haben die beiden die Idee der Welt AG entwickelt und die Fusion mit Chrysler eingefädelt. Auf Kopper konnte sich Schrempp immer verlassen, auch als es Kritik für die „ Kapitalvernichtung“ nach der Chrysler-Übernahme hagelte. „Kopper weiß genau, was er will, aber auf seine Loyalität kann man bedingungslos bauen“, meint ein ehemaliger Deutsch- Banker.

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