Hintergrund
Wie Anwälte Pressearbeit machen können

PR-Beraterin Cornelia Müller von der internationalen PR-Agentur Hill & Knowlton in Frankfurt, rät Rechtsanwälten, wie sie ihre Pressearbeit angehen können.

Profil: Kanzleien müssen ihr Profil schärfen, um sich vom Wettbewerb abzuheben und ein Markenimage von sich zu entwerfen und überall zu kommunizieren.

Selektion: Alle Pressemitteilungen müssen für den Leser der Zeitung oder des jeweiligen Magazins interessant sein. Nicht das Gießkannenprinzip sondern Selektion ist die Devise. Eine Personalie wie ein neuer Partner ist für juristische Fachmagazine interessant, aber nicht für die überregionale Tages- und Wirtschaftspresse.

Sprache: Deal-Meldungen und Personalien sollten an die Redaktionen in der jeweiligen Landessprache geschickt werden. In Redaktionen regiert hoher Zeitdruck. Englischsprachige Pressemitteilungen erhöhen das Risiko, missverstanden zu werden. Das passiert auch ohne Sprachbarrieren oft genug.

Ad hoc: Deal-Meldungen die nicht sofort nach der Vertragsunterzeichnung rausgehen sind zu spät dran. Darin stehen sollten beteiligte Kanzleien und Juristen, am besten die Summe und was genau diesen Deal so wichtig macht: Der Präzedenzfall oder das Wegweisende daran.

E-Mail: Pressemitteilungen per Mail: Nie die Nachricht nur als Anhang verschicken, jeder zusätzliche Klick kostet den Empfänger Zeit und Nerven. Schon in die Betreffzeile gehört die Nachricht.

Erreichbarkeit: Wer sein Erscheinen in einem Artikel nicht davon abhängig machen will, ob seine Sekretärin im falschen Moment gerade eine Pause hatte, muss zusehen, dass er für Redaktionen ständig erreichbar ist. Journalistenanfragen haben keine Zeit, der Redaktionsschluss steht unverrückbar fest. Erreicht die Redaktion nicht den einen Experten einer Kanzlei, ruft sie eben die andere an.

Branche: Wer viele Mandanten aus einer Branche, zum Beispiel Krankenhäuser hat, sollte versuchen in deren Fachorgane wie „Klinikmanagement Aktuell“ hinein zu kommen. Befragen Sie ihre Mandanten, wer die führenden Branchenblätter sind, was sie lesen. Gehen Sie auf die Redaktion zu.

Anlässe: Auch Vorfälle, die auf den ersten Blick nichts mit einer Wirtschaftskanzlei zu tun haben, können eine Möglichkeit bieten sich als Rechtsexperte darzustellen: Als das russische Flugzeug am Bodensee abstürzte, konnte sich eine Wirtschaftskanzlei ausgerechnet mit einer verfassungsrechtlichen Frage positionieren, die der Bundesrepublik eine Mithaftung an dem Unglück gab. Die Airline hätte nämlich die Hoheitsrechte nicht abgeben dürfen an die Schweizer Flugsicherungsgesellschaft. Zwei überregionalen, großen Tageszeitungen und etlichen Regionalen Blättern war diese Frage immerhin ein eigener, großer Artikel wert.

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