Hörfunkdirektorin Monika Piel
Vom „Frühschoppen“ an die Spitze des WDR

Die Frauen kommen in der ARD mächtig voran. Erst wurde Dagmar Reim Intendantin des RBB, jetzt steht Monika Piel vor der Wahl zur neuen Chefin des WDR. Die Hörfunkdirektorin der größten ARD-Anstalt ist die einzige Kandidatin für diesen Posten bei der Sitzung des WDR-Rundfunkrats am heutigen Montag. Von Piel werden vor allem Impulse im Fernsehbereich erwartet.

BERLIN. Ihr schärfster Konkurrent, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, 57, hat am Freitag seine Bewerbung zurückgezogen. Und auch der dritte Kandidat, der NDR-Justiziar Werner Hahn, 53, wird heute nicht antreten. Seine Chancen im 43-köpfigen Gremium waren ohnehin dürftig.

WDR-Intendant Fritz Pleitgen, dessen Amtszeit offiziell am 30. Juni kommenden Jahres endet, zeigte sich „überaus zufrieden, dass es nun auf Monika Piel hinausläuft“. Er selbst habe sie ermutigt, sich für das Amt zu interessieren. „Bei ihr bin ich sicher, dass sie den WDR gut und vor allem unabhängig führen wird.“ Pleitgen äußerte Verständnis für die Entscheidung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, nicht mehr zu kandidieren: „Er wäre sicher eine erstklassige Wahl gewesen.“

Nikolaus Brender hätte am Montag eine Niederlage riskiert. Für Niederlagen steht er nicht zur Verfügung, zumal ZDF-Intendant Markus Schächter jedem Aspiranten aus der Führungsriege für höhere Aufgaben in fremden Sendern klar gemacht hatte, dass er ihn „beschädigt“ nicht werde zurücknehmen. Brender war signalisiert worden, dass sich die drei großen Gruppen im WDR-Rundfunkrat – CDU, SPD und die so genannten Grauen – auf die 55-jährige Monika Piel festgelegt hätten. Er halte „Frau Piel für eine gute Intendantin“, sagte Brender dem „Tagesspiegel“ und verwies auf die gute Zusammenarbeit, als er Fernsehdirektor des WDR war.

Marc Jan Eumann, medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im NRW-Landtag und Mitglied im WDR-Rundfunkrat, sagte, nach intensiven Beratungen der Gewerkschaften und der parteipolitisch nicht fixierten Grauen, die sich überwiegend auf Piel festgelegt hätten, habe sich auch der SPD-Freundeskreis „einmütig für Frau Piel“ entschieden.

Noch gegen Ende der Woche tobte hinter den WDR-Kulissen eine Art Wahlkampf. „Brender ist ein Blender, unser Ziel heißt Piel“, textete die Frauenlobby und erhielt ein „Auch Brender ist gender“ zur Antwort. Die von vielen Mitarbeitern des WDR favorisierte Monika Piel stünde für Kontinuität und Integration, heißt es aus dem Sender.

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