Hoffmann legt eine beeindruckende Bilanz vor
Elefant mit leisen Tönen

Bernd Hoffmann hat Schmitz Cargobull zu Europas größtem Hersteller von LKW-Aufliegern geformt. Hoffmann ist nicht nur Chef, sondern auch zu einem Drittel Miteigentümer des Unternehmens aus Horstmar im Münsterland.

HORSTMAR. Die Karte ist einfach zu klein, sie reicht nur bis Moskau. Wenn Bernd Hoffmann einen seiner neuesten Stützpunkte zeigen will, muss er bis zur Rückwand seines Büros schreiten. „Hier ist Alma-Ata, kurz vor der chinesischen Grenze“, verkündet er und klopft mit der flachen Hand auf die nackte Wand.

Das sind Entfernungen, die den Vorstandschef von Schmitz Cargobull ins Schwärmen kommen lassen: vom Münsterland bis Kasachstan, 200 Millionen konsumhungrige Menschen in der Mitte, riesige Entfernungen dazwischen. „Sie glauben gar nicht, wie viele Trailer diese Länder in den nächsten Jahren brauchen werden“, freut sich Hoffmann.

Der unauffällig wirkende Mann mit Kinnbart und Bürstenhaarschnitt ist in der Welt der Lastwagen zu Hause. Hoffmann ist nicht nur Chef, sondern auch zu einem Drittel Miteigentümer des Unternehmens aus Horstmar im Münsterland, das er von einem kriselnden Mittelständler zum größten Hersteller von LKW-Aufliegern in Europa formte. Sie transportieren tiefgefrorene Buletten für McDonald’s ebenso wie Billigcomputer für Aldi oder Massengüter wie Kies.

Hoffmann legt eine beeindruckende Bilanz vor. Seit Jahren wächst das Unternehmen im zweistelligen Prozentbereich. Die Umsatzprognose von 1,05 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr werde voraussichtlich um 30 Prozent übertroffen, referiert er nüchtern – mit leichter Genugtuung in der leisen Stimme, denn der Erfolg ist auch sein Lebenswerk.

Im völlig zerstörten Kassel wuchs das Einzelkind auf, der Vater starb im Luftkampf. Mit 16 beginnt er eine Ausbildung zum technischen Kaufmann bei Hanomag Henschel. Die LKW-Sparte boomt, das Wirtschaftswunder braucht neue Lastwagen – und neue Konzepte. Die deutsche LKW-Schmiede verbündet sich mit Fruehauf, dem US-Spezialisten für Anhänger.

Hoffmann geht in die US-Zentrale nach Detroit und lernt das Staunen: Riesige Laster mit noch größeren Aufbauten entwickeln die Amerikaner für die US-Armee, um den Nachschub für den Vietnamkrieg zu sichern. „Die waren uns damals zwanzig Jahre voraus“, erinnert sich der heute 61-Jährige.

Irgendwann traf er auf die Brüder Schmitz. Das Familienunternehmen fertigte in kleinen Stückzahlen Anhänger und Auflieger im Münsterland, die Kundschaft waren Mittelständler aus dem Umland. Mitte der Achtziger schlittert das Unternehmen in eine existenzbedrohende Krise: Die Fertigung ist zu aufwendig. Ein Großauftrag bricht weg, und Konkurrent Kässbohrer geht gegen den Namen Cargobull gerichtlich vor. Hoffmann geht aufs Ganze und steigt mit eigenem Kapital ein.

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