Honorarkampf auf Anwaltsmarkt
Mit Niedrigpreisen auf Mandantenjagd

Zunehmende Konkurrenz unter den mittlerweile fast 140 000 Anwälten in Deutschland und ein gestiegenes Kostenbewusstsein führen derzeit zu einem scharfen Preiskampf im Anwaltsmarkt.

GARMISCH. Vor allem die vor knapp drei Jahren von Dortmund aus gestartete überörtliche Sozietät Eugen Rechtsanwälte GmbH, die in Deutschland über die Marke "juraXX" Rechtsrat anbietet, hat den etablierten Kanzleien den Fehdehandschuh hingeworfen. juraXX, die gerade in Saarbrücken die bundesweit 23. Filiale eröffnet, bietet Erstberatung für nur zehn Euro an.

Kein Wunder, dass sich Neuankömmling juraXX, dessen Ladenlokale in bester Innenstadtlage durch ein neonfarbenes Grasgrün hervorstechen, viele Feinde unter den Anwälten gemacht hat und schon einstweilige Verfügungen wegen irreführender und intransparenter Preiswerbung kassieren musste. "Die anwaltliche Dienstleistung ist eben kein Ein-Euro-Markt. Wir haben eine besondere Vertrauensstellung und sollten nicht marktschreierisch auftreten", mahnt der Duisburger Anwalt Uwe Tegtmeyer, der vor dem Landgericht (LG) Duisburg eine einstweilige Verfügung gegen juraXX erwirkte.

Doch juraXX ist nicht der einzige Anbieter, der seine Leistungen discountfähig gestaltet. Auch andere setzen mittlerweile auf Einheitspreise.

Jüngstes Beispiel: Die überörtliche Anwaltssozietät Haeger Hartkopf aus Bochum, die im außergerichtlichen und - soweit die gesetzlichen Gebühren nicht höher sind - sogar im gerichtlichen Bereich Rechtsrat zur Pauschale von 36 Euro pro Stunde anbietet - und das unterschiedslos für private wie gewerbliche Mandanten. Derzeit zählt die Kanzlei bundesweit 75 Anwälte, die auf freiberuflicher Basis "von zu Hause aus" Rechtsrat erteilen, wie Kanzleigründer Welf Haeger bestätigt. "Wir haben die Raum- und Personalkosten so weit gedrückt, dass wir mit einer Kostenquote von lediglich acht bis zehn Prozent auskommen. Mandantengespräche finden in kurzfristig angemieteten Räumlichkeiten statt und Literatur besorgen wir uns über Gerichtsbibliotheken", so Haeger, der von seinem Marketingkonzept restlos überzeugt ist: "In ein bis zwei Jahren wollen wir mit 550 bis 600 Anwälten die größte Einzelkanzlei in Deutschland sein."

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