Horst Kayser
Herr der Roboter

Siemens-Stratege Horst Kayser soll den Roboterhersteller Kuka aus der Abhängigkeit von der Autobranche befreien. Aber die japanische Konkurrenz ist hart. Und US-Investor Guy Wyser-Pratte sitzt ihm im Nacken.

MÜNCHEN. Sie werden bald nicht nur Autokarosserien schweißen. In Halle drei mixen sie bereits Cocktails, vor der Halle eins schießt ein Roboterbein Elfmeter. Sie schuften, sie packen, sie schnaufen: Wer ein Bild von der Zukunft haben will, der muss auf die Münchener Automatica, die Weltmesse für die Helfer der Zukunft. „Mensch und Maschine wachsen zusammen“, sagt Horst Kayser beim Gang durch die Hallen. Er sieht die Messe mit besonderen Augen: Seit 24 Stunden ist er designierter Vorstandsvorsitzender von Europas größtem Roboterhersteller, der Kuka AG.

Lange war der Übergang beschlos-sen, bis zuletzt aber blieb die Personalie unter der Decke. Sichtlich aufgeräumt präsentiert Aufsichtratschef Rolf Bartke seinen „Wunschkandidaten“ an diesem Dienstag. Bereits ab Oktober soll der 47-jährige Siemens-Manager den Chefposten des MDax-Konzerns von Gerhard Wiedemann übernehmen. Schon zum 1. Juli wird Matthias Rapp, 41, neuer Finanzchef.

„Das ist ein Generationswechsel“, sagt Chefkontrolleur Bartke. „Die jungen Leute können ein bisschen Gas geben“, fügt er mit einem Hauch von Überschwang hinzu.

Dabei ging es bei dem Augsburger MDax-Konzern in den vergangenen Jahren alles andere als langweilig zu. Seit sich US-Investor Guy Wyser-Pratte 2005 mit zehn Prozent in das Unternehmen einkaufte, jagte eine Schlagzeile die andere. Renditen sollte das Unternehmen endlich liefern und an die Aktionäre denken, nicht nur an die mächtigen Abneh-mer, die vor allem in der Autoindustrie sitzen.

In einem beispiellosen Machtkampf setzt sich der Amerikaner durch: Zwei Vorstandsvorsitzende und fast der gesamte Aufsichtsrat bleiben auf der Strecke. IWKA verkauft die Hälfte seiner Geschäftsbereiche, darunter Randbereiche wie die Verpackungstechnik. In den Jahren 2005 und 2006 schreibt IWKA tiefrote Zahlen, 2007 steht nach der Sanierung ein kleiner Gewinn, ein Umzug von Karlsruhe nach Augsburg und ein neuer Name: IWKA heißt jetzt Kuka. Roboter und Automatisierung sind wieder das Kerngeschäft.

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