Horst Lennertz verlässt E-Plus in Richtung Ruhestand
Grandseigneur des Mobilfunks

Das grundsätzliche Dilemma seiner Branche hat Horst Lennertz schon vor Jahren erkannt: „Unser Problem ist, dass die technische Entwicklung schneller ist, als es viele Menschen verstehen.“ Ein gutes Jahrzehnt hat er daran gearbeitet, dies zumindest im Mobilfunk abzumildern – erst als Technikchef von E-Plus, später bei der Mutter KPN Mobile. Ende Februar 2005 geht Lennertz in den Ruhestand.

DÜSSELDORF. Der promovierte Elektrotechniker ist einer der Pioniere der Branche: Vor zehn Jahren baute er das Mobilfunknetz von E-Plus auf, der Nummer drei auf dem deutschen Markt. Ohne ihn gäbe es das Unternehmen wohl auch gar nicht. Denn es war Lennertz, der als Vorstand von Preussen Elektra (heute Eon) den Einstieg des Energiekonzerns in den Mobilfunk und damit die Gründung von E-Plus vorantrieb.

Parallel zu seinem Job engagiert sich Lennertz im Branchenverband der Telekomanbieter, VATM. Zielstrebig, energisch, dabei aber sehr charmant – so umschreiben VATMKollegen den 62-Jährigen mit dem durchdringenden Blick in Diskussionen um regulatorische Fragen. „Er versuchte nie, egoistisch nur die eigenen Interessen durchzusetzen“, sagt Joachim Dreyer, ehemaliger Debitel-Chef. „Er kann sehr geschickt divergierende Interessen miteinander verbinden.“

Bewiesen hat er es beispielsweise vor mehr als drei Jahren, als er die sechs Betreiber der neuen Technik UMTS, die Regulierungsbehörde, Wirtschaftsministerium und Bundeskanzleramt auf eine gemeinsame Linie einschwor. Die Politik sollte den Unternehmen gewisse Erleichterungen beim Aufbau der UMTS-Netze gewähren, um die Ausgaben zu senken.

Lennertz hat sein Ziel erreicht. Genützt hat es E-Plus aber nicht, denn der Netzpartner Quam stieg aus dem UMTS-Geschäft aus, bevor es richtig losging.

Ganz vom Mobilfunk verabschieden will sich Lennertz auch im Ruhestand nicht: Er geht in den Aufsichtsrat von E-Plus und steht dem Unternehmen als Berater zur Verfügung.

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