Howard Schultz
Moby Dick liefert die Vorlage

Starbucks-Chef Howard Schultz kann den Niedergang der Kaffeehauskette nicht aufhalten

DÜSSELDORF. „Ahabs“ wäre im Augenblick der eindeutig bessere Name für die weltweit größte Kaffeehauskette, die sich nach der Romanfigur Starbuck aus dem Klassiker „Moby Dick“ benennt. Denn Starbucks-Chef Howard Schultz, bisher der Gute in diesem Stück, erscheint Insidern und Außenstehenden inzwischen wie der uneinsichtige Kapitän Ahab in dem Schmöker von Herman Melville – an sein Schicksal gefesselt und dem Untergang geweiht.

Die von dem 55-Jährigen US-Amerikaner aufgebaute Kaffeehaus-Ikone hat ihre besten Zeiten offenbar hinter sich. Die Kunden laufen der weltweit fast 16 000 Läden umfassenden Kette seit geraumer Zeit in Scharen davon. Seit zwei Jahren befindet sich der Aktienkurs des einstigen Vorzeigeunternehmens auf stetigem Abwärtskurs, der Wert der Aktie hat sich inzwischen atomisiert.

Auch das persönliche Engagement von Schultz, der sich auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden zurückgezogen hatte und Anfang 2008 den seit drei Jahren glücklos agierenden Vorstandschef Jim Donald ablöste, hat bisher keine Wende gebracht. Im vierten Quartal, das Ende September auslief, ist der Gewinn um dramatische 96 Prozent eingebrochen.

Obwohl Schultz seit seiner Rückkehr an die Spitze den radikalen Umbau des Unternehmens begann. So hat er das Expansionstempo in den Vereinigten Staaten gedrosselt und die Sortimente in den Filialen verändert. Denn bei seiner ersten Rundreise durch die Starbucks-Läden nach seinem erneuten Amtsantritt hatte der hochgewachsene New Yorker beispielsweise festgestellt, dass der Geruch von frischen Sandwiches den gewohnten Kaffeeduft in vielen Starbucks-Läden überdeckte. Also stoppte der Perfektionist den Sandwichverkauf.

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