HP Deutschland
Hallo, Krise

Volker Smid ist seit Jahresbeginn Deutschlandchef von Hewlett-Packard. Nun muss er die IT-Firma mit Stellenabbau auf Vordermann bringen.

FRANKFURT. Jammern nützt ja doch nichts. Wenn die Kunden knausern und die Wirtschaft wankt, hilft nur Pragmatismus. "Natürlich wäre ein Start bei Hewlett-Packard in einem besseren wirtschaftlichen Umfeld einfacher gewesen", sagt Volker Smid. "Doch für die Rezession kann ich nichts, ist eben so." Also packt er an.

Seit Anfang Januar ist der 50-Jährige der Deutschlandchef von HP oder, genauer gesagt, der Vorsitzende der Geschäftsführung der HP GmbH. Und seitdem ist die Zahl der unangenehmen Aufgaben, die Smid zu erledigen hat, stetig gewachsen.

Seit Mitte der Woche ist eine neue hinzugekommen. Lange war HP von der Krise verschont geblieben, nun trifft die Flaute den IT-Riesen doch stärker als erwartet. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres ist der Nettogewinn um 17 Prozent eingebrochen. HP-Chef Mark Hurd, kein großer Zauderer, hat sofort reagiert. 6400 Stellen sollen bei Hewlett-Packard weltweit gestrichen werden.

Da der deutsche einer der wichtigsten Märkte in Europa ist, muss natürlich auch die deutsche Tochter ihren Beitrag leisten - Volker Smid muss ran. Noch ist das genaue Ausmaß der Sparrunde allerdings nicht klar. "Ziel ist es, die Stellen sozialverträglich abzubauen", verspricht Smid. Dass der groß gewachsene, schlanke Manager die Vorgaben aus den USA jedoch umfassend umsetzen wird, daran besteht kein Zweifel. Eine Wahl hat er ohnehin nicht, zu stark ist der Druck aus der Zentrale in Palo Alto.

Das ahnen auch die Arbeitnehmervertreter. Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hatte Smid ihnen eröffnet, wegen der Übernahme des Dienstleisters EDS insgesamt 556 der (neu!) 8500 deutschen HP-Stellen abbauen zu wollen, etwa doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Mittlerweile ist diese Zahl allerdings wieder auf rund 400 Stellen reduziert worden. Hinzu kommt der geplante Stellenabbau bei der neuen Tochter EDS.

Ärger ist also programmiert, wenn Smid nun noch mehr Stellen bei HP abbauen muss. Bereits seit mehreren Wochen liegen sich (ohne HP-) Management und der Betriebsrat von EDS in den Haaren. Letzterer befürchtet, dass wegen des Stellenabbaus die Qualität der Leistungen für den Kunden leidet. Demnächst beginnt die Urabstimmung.

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