HSH-Chef Berger tritt zurück
Der Kühle aus dem Norden gibt auf

Nach nicht einmal zwei Jahren ist Schluss: Mit großen Plänen gestartet, räumt HSH-Nordbank-Chef Hans Berger von der Finanzkrise zermürbt vorzeitig seinen Stuhl. Sein Erbe sieht völlig anders aus, als es sich der heute 58-Jährige Hanseat am 1. Januar 2007 wohl vorgestellt hatte.

HB HAMBURG. Bergers Erbe sieht völlig anders aus, als es sich der heute 58-Jährige Hanseat am 1. Januar 2007 wohl vorgestellt hatte. Als er damals die Führung der Landesbank übernahm, stand auf seiner Agenda der Börsengang der HSH ganz oben.

Ein Novum zu dieser Zeit, denn kurz vor Bergers Antritt war der US-Investor J.C. Flowers eingestiegen. Im Gegensatz zu anderen Landesbanken galt die HSH Nordbank als modern und fortschrittlich, ihr Chef als offen und tolerant gegenüber privatem Kapital.

22 Monate nach Bergers Amtsantritt ist die HSH Nordbank am Boden. Das Geschäftsmodell Immobilien- und Schiffsfinanzierung steht infrage, die Kapitaldecke wird wegen immer neuer Verlusten dünner und dünner, mehrere hundert Mitarbeiter müssen gehen.

30 Milliarden Euro nur für Garantien will sich die Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg vom Staat besorgen, so viel wie kein anderes deutsches Institut. Auch Kapital ist wohl dringend nötig, obwohl die Eigentümer erst kürzlich zwei Milliarden Euro zugeschossen haben. Vom Börsengang musste sich Berger schon vor Monaten verabschieden.

Kleinlaut gab der als kühl und unnahbar geltende Manager zu, er habe das Ausmaß der seit über einem Jahr dauernden Finanzkrise unterschätzt. Dabei hat der in Neumünster geborene Kunstliebhaber das Bankgeschäft von der Pieke auf gelernt.

Seine Karriere begann er Ende der 60er Jahre in der Sparkassengruppe. Berger bildete sich dort zum Betriebswirt fort und hatte verschiedene Positionen inne, ehe er 1986 in den Vorstand der Sparkasse Kiel ging. 2003 übernahm er bei der Landesbank Schleswig-Holstein den Vorstandsvorsitz und bekam schon kurze Zeit später den Vize-Chefposten bei der neuen HSH Nordbank.

Diese war aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein entstanden. Anfang 2007 machte der damalige HSH-Nordbank-Chef Alexander Stuhlmann dann den Weg für Berger an die Spitze frei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%