HSH-Nordbank-Vorstand Waas gewählt
Deka-Bank bekommt neuen Chef

Die Deka-Bank hat nach monatelanger Suche einen neuen Vorstandschef gefunden. Der HSH-Nordbank-Vorstand Franz S. Waas übernimmt den Posten.

HB FRANKFURT. Der 44-jährige Franz Waas, der derzeit noch das Kapitalmarktgeschäft der HSH Nordbank verantwortet, werde spätestens Anfang Januar 2006 Chef der Deka-Bank, teilte die zweitgrößte deutsche Fondsgesellschaft am Donnerstag nach einer Sitzung des Verwaltungsrates mit. Waas arbeitet seit 2001 bei der Landesbank HSH in Hamburg und Kiel.

Der 41-jährige Oliver Behrens werde Mitglied des Vorstandes der Deka-Bank, teilte das Institut mit. Er ist seit 1982 bei der Deutschen Bank und ihrer Fondstochter DWS tätig. Die DWS ist die größte deutsche Fondsgesellschaft. Behrens solle so schnell wie möglich wechseln. Er hat bei der Deutschen Bank die Verantwortung für das institutionelle Fondsgeschäft in Deutschland und die weltweite Verantwortung für strukturierte Produkte der DWS. Mit Behrens wolle Waas die Produkt- und Kapitalmarktexpertise stärken, hieß es im Umfeld des Deka-Verwaltungsrates.

Der Interimschef der Deka-Bank, Fritz Oelrich, soll das Institut bis zum Amtsantritt von Waas weiter leiten. Danach bleibe er als normales Mitglied im Vorstand, sagte ein Sprecher. Auf eigenen Wunsch werde Peter Mathis, bisher stellvertretendes Vorstandsmitglied der Deka-Bank, seinen Posten aufgeben. Der 45 Jahre alte Mathis wolle der Neuausrichtung der Bank nicht im Weg stehen.

Oelrich hatte das Amt des Deka-Bank-Vorstandschefs im März übergangsweise von dem damals zurückgetretenen Axel Weber übernommen. Weber stellte den Chefposten damals nach einer monatelang schwelenden Krise der Deka-Bank zur Verfügung. 2004 hatte die Deka-Bank in ihrem auf Deutschland ausgerichteten offenen Immobilienfonds Liquiditätsabflüsse in Milliardenhöhe hinnehmen und ihn mit eigenen Mitteln stützen müssen. Auch in den ersten fünf Monaten 2005 verzeichnete der Krisenfonds Mittelabflüsse von 780 Mill. €.

Für die Deutsche Bank kommt der Wechsel von Behrens zur Unzeit. Die Bank hat ihre Vermögensverwaltung vor einem halben Jahr umorganisiert und die Europazentrale nach Frankfurt von London verlegt. In Großbritannien kämpft die Vermögensverwaltung der Bank seit geraumer Zeit mit Problemen. Branchenexperten halten einen Verkauf der dortigen Einheit für wahrscheinlich.

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