H&M
Karl-Johan Persson: Der logische Nachfolger

Karl-Johan Persson soll im Sommer den Chefposten beim weltweit zweitgrößten Modekonzern H&M übernehmen. Der 33-Jährige scheint für die Position prädestiniert: Sein Vater ist Hauptaktionär und Aufsichtsratschef, der Großvater hatte Hennes & Mauritz 1947 gegründet.

STOCKHOLM. Es müssen spannende Tage gewesen sein am Unternehmenssitz in der Stockholmer Norrlandsgatan. Ein neuer Chef musste her, nicht zu modern, nicht zu konservativ, irgendwie dazwischen und dennoch innovativ. Hoch oben in dem etwas schmucklosen Betonkoloss saß die Unternehmensführung des zweitgrößten Modekonzerns der Welt, Hennes & Mauritz (H&M), und diskutierte über die Nachfolge des im Sommer ausscheidenden H&M - Chefs Rolf Eriksen. "Der Aufsichtsrat ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Karl-Johan Persson die notwendigen Kompetenzen für diese Aufgabe besitzt", teilte dann gestern der Aufsichtsratsvorsitzende und Hauptaktionär des Moderiesen mit.

Der Mann sollte den neuen H&M-Chef eigentlich ganz gut kennen. Karl-Johan ist nämlich sein Sohn. "Als Aktionär sehe ich die Wahl von Karl-Johan als die absolut beste Lösung an, denn damit ist gewährleistet, dass nicht die Quartalsökonomie, sondern die langfristige Entwicklung im Vordergrund steht", erklärte Stefan Persson, mit 36,5 Prozent des Kapitals und 69,1 Prozent der Stimmen der eigentliche Machthaber über den weltumspannenden Konzern. Aber Persson senior gibt sich auch nachdenklich: "Als Papa denkt man natürlich darüber nach, welch einer Verantwortung man Karl-Johan aussetzt."

Der Vater weiß das, war er doch selbst von 1983 bis 1998 Chef des Konzerns, den wiederum sein Vater Erling 1947 gegründet hatte. Damals drang so gut wie nichts aus der Zentrale, und auch diese Tradition hat sich bis in diese Tage gerettet. H&M, das eigentlich für Hennes (für sie) und Mauritz (ein Jungenname) steht, aber oft auch als "Heimlich & mächtig" gedeutet wird, vermeidet jedwede Publizität, gibt nur die für ein börsennotiertes Unternehmen vorgeschriebenen Pressekonferenzen. Daran hat auch der nun in den Ruhestand gehende Chef, der Däne Eriksen, nicht viel ändern können: Die Familie Persson ist schon ein wenig scheu. Vielleicht einer der Gründe, dass kaum jemand den Aufstieg der einst vor 58 Jahren gegründeten Schneiderei zur weltweiten Nummer zwei hinter der spanischen Inditex-Gruppe (Zara, Massimo Duti) bemerkte. Heute ist H&M mit einem Börsenwert von rund 25 Mrd. Euro Schwedens größtes Unternehmen.

Auch Sohnemann Karl-Johan gibt sich zugeknöpft. "Ich schaue langfristig auf das Unternehmen", kommentierte er gestern seine Ernennung. Der 33-Jährige, der mit seinen wachen, neugierigen Augen noch immer etwas Schuljungenhaftes an sich hat, kennt den Konzern trotz seines Alters bereits wie seine Westentasche. Der in London ausgebildete Ökonom war schon an jenem Tag im März 2000 mit von der Partie, als drei Generationen Persson in New York den ersten Laden in den USA eröffneten. "Mein Opa war schon beim Frühstück nervös", erinnert sich Karl-Johan. "Er wurde erst ruhiger, als er die langen Schlangen vor dem Geschäft sah."

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