Hussein Chalayan
Puma leistet sich einen Chefdesigner

Puma baut sein Modegeschäft aus und engagiert dafür den in Zypern geborenen Hussein Chalayan. Gestern teilte der fränkische Sportkonzern mit, dass der Modedesigner, Künstler und Filmemacher künftig die gesamte Lifestyle-Kollektion von Puma verantworten werde. Gleichzeitig übernimmt der drittgrößte Sportartikelanbieter der Welt die Mehrheit an Chalayans Londoner Modeunternehmen.

MÜNCHEN. Puma setzt hohe Erwartungen in die Verpflichtung des in England lebenden Stars. „Als Kreativdirektor für unser Sport-Fashion-Geschäft wird Chalayan neue Technologien, innovatives Design und seinen provokanten Blickwinkel bei Puma einbringen“, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz gestern in Paris. In der französischen Hauptstadt trifft sich derzeit die Modewelt, um die neuesten Kollektionen zu begutachten.

Finanzielle Details des Deals nannte Puma nicht. Eine Sprecherin wollte auch keine Auskunft darüber geben, welche zusätzlichen Umsätze sich das börsennotierte Unternehmen von der Akquisition verspricht. Puma gehört seit vergangenem Jahr mehrheitlich dem französischen Luxusgüteranbieter PPR. Die Börse reagierte ungnädig: Der Puma-Kurs ging in einem schwachen Markt drei Prozent in die Knie.

Der 37-jährige Chalayan ist allerdings nur für den modischen Part zuständig. Mit den Laufschuhen, Trikots und Kickstiefeln des Herzogenauracher Traditionsunternehmens wird der Schöngeist mit dem Dreitagebart nichts zu tun haben.

Hussein Chalayan ist 1970 in Nikosia auf Zypern geboren. Später zieht seine Familie nach England, und er studiert an der Central St. Martin’s School of Art in London. Nach seinem Abschluss gewinnt der junge Mann mehrere Design-Wettbewerbe. Dabei sind seine Kleider mitunter regelrechte Kunstwerke. Zudem ist er bekannt dafür, ungewöhnliche Materialien und Produktionstechniken einzusetzen.

Chalayan selbst rechnet damit, dass sich ihm durch die Arbeit für Puma ganz neue Chancen eröffnen: „Die Infrastruktur und die technologischen Möglichkeiten von Puma sowie die Ressourcen von PPR bieten uns die Gelegenheit, experimentelle Ideen und Innovationen umzusetzen.“

Puma hat schon häufiger mit großen Namen der Modeindustrie zusammengearbeitet, zum Beispiel mit Jil Sander. Lokalrivale Adidas hat den Designer Yohji Yamamoto verpflichtet. Neu ist hingegen, dass sich Puma eine solche Persönlichkeit ins Haus holt und dafür in ein Unternehmen investiert. In den vergangenen Jahren haben sich die Franken mit Akquisitionen sehr zurückgehalten und auf organisches Wachstum gesetzt.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%