Hutchinson Whampoa soll Übernahme zum Druchbruch verholfen haben Zeuge: Esser bekam Prämie aus Mitleid

In der entscheidenden Phase der Übernahmeschlacht mit Vodafone hatte der Vertreter eines Mannesmann-Großaktionärs nach Aussage eines Zeugen Zuwendungen an den damaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser geplant. Den Ausagen zufolge bekam Esser die Zuwendungen dann auch aus Mitleid.
Klaus Esser vor dem Düsseldorfer Landgericht. Foto: dpa

Klaus Esser vor dem Düsseldorfer Landgericht. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Der Vertreter des Hauptaktionärs von Mannesmann, Canning Fok, habe Essers Situation nach der Übernahme bedauert und sich betroffen gezeigt, sagte der ehemalige Mitarbeiter im Abwehrteam des Mannesmann-Konzerns am Donnerstag im Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Chinese habe bei einem Mittagessen am 2. Februar 2000 angekündigt, "sich um Esser zu kümmern".

Wenige Stunden später soll der Hutchison Whampoa-Vertreter auf den Vorstandschef zugegangen sein und ihm die "Anerkennungsprämie" offeriert haben. Der ehemalige Mannesmann-Mitarbeiter - der ebenfalls eine Prämie erhalten hat - stützte damit die Version Essers, die Prämie als Anerkennung für seine Verdienste erhalten zu haben.

Ein Investmentbanker hatte im Zeugenstand berichtet, Fok habe Esser die Prämie im entscheidenden Verhandlungsmoment angeboten, um der Übernahme zum Durchbruch zu verhelfen. Nur durch die Übernahme konnte Hutchison Whampoa eine Sperrklausel umgehen und durch den Verkauf eines großen Aktienpakets einen geschätzten Gewinn von mehreren Milliarden Euro erzielen.

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