HVB
Theodor Weimer: Der Motivator

Der neue HVB-Chef Theodor Weimer ist nicht gerade einer, den man als Banker der alten Schule bezeichnen würde. Der neue Chef der Hypo-Vereinsbank kommt eher locker und hemdsärmelig daher. Bei den Beschäftigten kommt das gut an - doch mit seiner direkten Art macht er sich nicht nur Freunde.

MÜNCHEN. Nein, an Selbstbewusstsein mangelt es Theodor Weimer wahrlich nicht. Es gebe eine "gewisse Sehnsucht nach Leadership im Banking", ist der neue Hypo-Vereinsbank-Chef überzeugt. Bei seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz hält sich Weimer für seine Verhältnisse durchaus zurück. Doch ab und an blitzen die Augen dann doch gewohnt lausbübisch, fast schon rauflustig auf und lassen keinen Zweifel: Diesen Wunsch nach Führung, den will Theodor Weimer gern erfüllen. Der Chefsessel bei einer Bank mitten in der schwersten Finanzkrise, das ist eine Aufgabe so ganz nach den Vorstellungen des 49-Jährigen: "Ich kann jetzt zeigen, was ich kann."

Eigentlich kommt da ja einer wie Weimer eher zur Unzeit an die Spitze. Viele propagieren derzeit die Renaissance des "Bankiers" der alten Schule, gestählt an der Basis im Privatkundengeschäft im besten Fall. Weimer dagegen kam vor zwei Jahren von Goldman Sachs zur Hypo-Vereinsbank, und Investment-Banking ist ja nicht mehr so gut gelitten in der Branche. Zuvor war Weimer als Berater bei Bain und McKinsey. Die Herkunft ist ihm anzumerken. Offen, direkt und eher hemdsärmelig ist er, Anglizismen rutschen immer wieder in seine Reden.

Mit seiner direkten Art eckt Weimer auch an. Hat er ein Gegenüber gefunden, das ihn reizt, kann der bekennende James-Bond-Fan mit dem rundlichen Gesicht und dem bubenhaften Seitenscheitel auch in den Infight gehen. Bei den Beschäftigten aber kommt er bisher gut an. Humorvoll und überhaupt nicht abgehoben sei der neue Chef, sagen Vertraute.

Auf sogenannten Town-Hall-Meetings hat er vor Tausenden Beschäftigten flammende Reden gehalten. Eine "Working Family" solle die HVB-Mannschaft sein, hat er da appelliert - und tosenden Applaus bekommen. Frisches Selbstbewusstsein will er der HVB einimpfen. Die kann die Injektion gebrauchen. Die Fusion von Hypo-Bank und Vereinsbank lief schmerzvoll und unharmonisch ab, Immobilien-Altlasten stürzten das Institut in eine existenzielle Krise. Schließlich wurden die Münchener von der italienischen Unicredit übernommen - statt selbst wie geplant in Italien auf Einkaufstour zu gehen.

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