HVB-Übernahme
Unicredit darf Aktionäre abfinden

Die italienische Großbank Unicredit hat bei der Integration ihrer deutschen Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) einen wichtigen Zwischensieg verbucht. Zweieinhalb Jahre nach der Übernahme der HVB erklärte das Landgericht München die Zwangsabfindung der HVB-Minderheitsaktionäre für rechtens.

MAILAND. Die Klagen gegen den entsprechenden Beschluss der letzten HVB-Hauptversammlung seien "offensichtlich unbegründet", sagte der zuständige Richter Helmut Krenek. Wenn die zweite Instanz das Urteil nicht kippt, kann Unicredit die restlichen fünf Prozent der HVB übernehmen.

Nach Ansicht des Richters war der Beschluss auf der letzten Hauptversammlung der HVB ohne formalen Fehler, wie die Anwälte der Kläger argumentierten. Die Kläger hatten zudem die Abfindung von 38,26 Euro je Aktie als zu niedrig abgelehnt. "Die Höhe der Abfindung wurde in diesem Verfahren nicht geprüft", sagte der Richter. Darüber werde das Landgericht München in einem parallelen Verfahren entscheiden.

Nun geht das Verfahren voraussichtlich vor das Oberlandesgericht. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, sie werde eine Beschwerde dort prüfen. "Die Hypo-Vereinsbank rechnet mit einer zügigen Entscheidung des Oberlandesgerichts, da es sich um ein Eilverfahren handelt", teilte die HVB mit.

In der Praxis garantiert die Zwangsabfindung vor allem eine einfachere Unternehmensführung. Wenn die HVB komplett der Mutter gehört, muss Unicredit nicht bei jeder größeren Entscheidung eine Hauptversammlung einberufen.

Die Aktie von Unicredit reagierte positiv auf die Nachrichten aus München.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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