Hypo Alpe Adria
Zügiger Wechsel von Wien nach Klagenfurt

Das ging schneller als erwartet: Zum 1. Juni übernimmt Österreichs früherer Volksbank-Chef Franz Pinkl das Regiment bei der BayernLB-Tochter HGAA.

WIEN. Schneller als gedacht bekommt die Österreich-Tochter der Münchener BayernLB einen neuen Chef. Franz Pinkl, bis vergangene Woche noch der erste Mann bei der österreichischen Volksbank in Wien, übernimmt zum 1. Juni den Vorstandsvorsitz bei der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) in Klagenfurt. Pinkl wird Nachfolger von Tilo Berlin, der nach Auseinandersetzungen mit der BayernLB um die strategische Neuausrichtung im März seinen Hut genommen hatte.

Die Hypo Group, nach der Bilanzsumme die sechsgrößte Bank ist Österreich, ist wie die meisten Geldhäuser der Alpenrepublik stark in Osteuropa engagiert. Flächendeckend vertreten sind die Kärntner vor allem in Kroatien und in Serbien. Doch Osteuropa wirft schon längst nicht mehr die hohen Erträge ab wie noch vor ein paar Jahren. Im Gegenteil: Die HGAA hat im vergangenen Jahr mit etwa 500 Mio. Euro tiefrote Zahlen geschrieben. 900 Mio. Euro hatte der österreichische Staat Ende vergangenen Jahres als Kapitalhilfe dazugeschossen.

Franz Pinkl soll es nun also richten und das angeschlagene Geldhaus aus der Provinz wieder auf Kurs bringen. Die BayernLB, mit knapp 70 Prozent der Haupteigner in Klagenfurt, beweist mit ihrer Personalauswahl Weitsicht. Mit dem 53-Jährigen schickt sie einen Kenner des Osteuropa-Geschäfts zum Konzernableger nach Klagenfurt. Vor ein paar Tagen kursierten noch Gerüchte in Österreich, dass BayernLB-Chef Michael Kemmer einen Vertrauten aus der Münchener Zentrale in den Süden der Alpenrepublik entsenden würde. "Pinkl wird die Neuausrichtung vorantreiben", erwartet Kemmer jetzt von seinem neuen Angestellten.

Pinkl war zuletzt in der österreichischen Bankenszene nicht ganz unumstritten. Als Chef der Wiener Volksbank hatte er Ende vergangenen Jahres auch die Pleite der damaligen Tochtergesellschaft Kommunalkredit zu verantworten. Mit hoch spekulativen Geschäften auf Zypern hatte sich die Kommunalkredit ordentlich verschätzt und Verluste in Milliardenhöhe eingefahren. Nur die Wiener Regierung konnte die Volksbank-Tochter noch vor der Pleite bewahren. Die Kommunalkredit ist heute die bislang einzige komplett verstaatlichte Bank Österreichs.

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