IC Immobilien Holding verhandelt über Auffanglösung
Insolvenzeröffnung für Falk-Gruppe verschoben

Die Eröffnung des Insolvenzverfahren für vier Gesellschaften der Falk-Gruppe ist auf den 1. August verschoben worden. Ursprünglich sollte das Verfahren am Freitag beginnen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Josef Nachmann hofft, bis dahin einen strategischen Partner für die Verwaltung der geschlossenen Falk-Immobilienfonds und das Management der Immobilien gefunden zu haben.

DÜSSELDORF. Diese Aufgabe wird bisher von der insolvenzbedrohten Falk Asset Management KG wahrgenommen. Frank Schaich, Vorstand der auf die Fonds-Verwaltung spezialisierten IC Immobilien Holding AG, bestätigte Verhandlungen mit Nachmann und den Ex-Falk-Managern Hans Voß und Thilo Köhler über die Mehrheit an einer gemeinsamen Gesellschaft.

Durch die verschobene Insolvenzeröffnung gewinnen alle Beteiligten Zeit. Anlegeranwälte hatten den enormen Zeitdruck beklagt, unter dem Gesellschafterversammlungen für 65 Fonds durchgeführt wurden. Einer der Diskussionspunkte: Um den Fortbestand der als Kommanditgesellschaften firmierenden Fonds zu sichern, mussten für diese neue Komplementäre gefunden werden. Etwa die Hälfte der Fonds sind KGs. Ihre Gesellschafter stellen die Mehrheit der etwa 30 000 Anleger, die rund drei Mrd. Euro in Falk-Fonds investiert haben. Die übrigen Fonds sind Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Ihre Anleger haften auch mit ihrem Privatvermögen quotal zu ihrer Beteiligungshöhe.

Voß und Köhler seien bereit, einem Partner in einer gemeinsamen Gesellschaft Mehrheit und Geschäftsführung zu überlassen, sagte Nachmann. IC-Holding-Vorstand Schaich hatte dies zur Bedingung für eine Beteiligung gemacht.

Eine über die Presse ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Anlegeranwälten und Nachmann über die Haftungsfolgen eines insolventen Komplementärs für die Anleger hat sich inzwischen entschärft. Nachmann, der Anfang Juni darauf hingewiesen hatte, dass im schlimmsten Fall die Anleger auch bei einem KG-Fonds mit ihrem Privatvermögen haften würden, verweist nun darauf, dass die Ersatzkomplementärgesellschaften seit zwei Monaten ins Handelsregister eingetragen seien. Diese Gesellschaften machen Voss jeweils zum Fondsgeschäftsführer.

Nachmann weist darüber hinaus den Vorwurf zurück, sich nicht um Alternativen zu den Ex-Falk-Managern bemüht zu haben. Es sei niemand bereit gewesen, die Komplementär-Funktion zu übernehmen. Gespräche mit möglichen anderen Immobilienerwaltern hätten als Verkaufsverhandlungen vertraulich behandelt werden müssen.

Allerdings haben zwei Fonds andere Gesellschaften mit der Verwaltung beauftragt. Beim Fonds Nr. 60 ist dies die auf Fonds-Sanierungen spezialisierte Imacon Immobilien Management und Consulting GmbH. Geschäftsführer Peter Seibold sagt: "Wir hätten uns gerne für weitere Fonds beworben, haben aber keine Unterlagen bekommen." Die Dienstleistung der von Fonds-Beiräten als Alternative präsentierte Imacon kostet die Anleger nach Seibolds Angaben knapp ein Viertel weniger als die Dienstleistung von Voß und Köhler.

Kerstin Kondert, Mitinhaberin der Sanierungsberatung K&M GmbH, sieht, nachdem die Gefahr der persönlichen Haftung gebannt und die Insolvenzeröffnung verschoben ist, auch die Chance für die Anleger, sich nach Geschäftsführer-Alternativen umzusehen.

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