Im Kampf um Marks & Spencer treffen sich Bekannte
Philip Green sucht seine zweite Chance

Der Mann hat ein Gespür für richtiges Timing. Als Philip Green in der vergangenen Woche seinen zweiten Versuch innerhalb von gut vier Jahren startete, den britischen Einzelhändler Marks & Spencer (M&S) zu übernehmen, traf er wieder einmal auf ein tief verunsichertes Unternehmen. M&S verliert in der Heimat Marktanteile, das Management konnte die hohen Kosten bislang nicht drücken.

HB LONDON. Fast ist es wie 1999. Damals startete der Mann, der sein Vermögen mit spektakulären Erfolgen beim Kauf und Verkauf von Modegeschäften machte, seinen ersten Versuch. Auch damals war M&S in einer Krise, auch damals sanken die Marktanteile. Dennoch musste sich Green schon wenig später zurückziehen, weil er gegen ungeschriebene Gesetze der City verstoßen hatte. Seine Frau hatte sich bereits im Vorfeld einige M&S-Aktien gekauft, die bald dramatisch an Wert gewannen. Der Konzern nutzte dies zu einer PR-Kampagne gegen Green. Gegen die Stimmung kam er nicht an, auch wenn sich alles als rechtlich einwandfrei herausstellte.

Nun kommt er wieder, diesmal offenbar besser vorbereitet. Er sicherte sich die Dienste von Hochkarätern wie den Investmentbanken Merrill Lynch und Goldman Sachs, weitere City-Institutionen stehen für die Finanzierung bereit. Offenbar denkt Green bei der bis zu zehn Milliarden Pfund schweren Transaktion auch daran, zehn Prozent seines Vermögens beizusteuern.

Doch nicht nur Green ist besser vorbereitet. Auch die Londoner City weiß heute mehr mit ihm anzufangen als vor vier Jahren. Der Mann mit den (wenigen) zurückgegelten Haaren steht auf der Liste der reichsten Briten an Platz vier. Geschätztes Vermögen: 3,6 Milliarden Pfund. Green gilt als Exzentriker, zur Legende wurde sein 50. Geburtstag, an dem der heute 52-Jährige auf Zypern eine Toga-Party steigen ließ.

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