Im Team lernen
Spielmacher auf die Schulbank!

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“ Manager jedoch beherzigen diese Konfuzius-Weisheit nur selten. Haben sie sich erst in den Olymp der Firmenhierarchie hochgearbeitet, verstehen sich viele nur noch als Taktgeber. Doch sie müssen lernen, sich im Team ständig weiterzubilden.

„So mancher Chef meint, im Gegensatz zur Mannschaft keinen Trainingsbedarf zu haben. Oder schlimmer noch: Er gibt nicht zu, dass er es nötig hat“, sagt Daniel Pinnow, Leiter der Akademie der Führungskräfte, die 8 500 Manager im Jahr weiterbildet.

Hinzu kommt: Die Führungskräfte von heute haben das Lernen verlernt – das räumen sechs von zehn deutschen Managern selbstkritisch ein. Die Akademie interviewte 360 von ihnen zum Thema „Lernen – Managen – Führen“. Auch Sabine Seufert, Professorin vom Swiss Centre for Innovations in Learning an der Universität St. Gallen, beklagt: „Viele Betriebe haben in der Krise an Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung gerade auch ihrer Führungskräfte gespart – und damit am falschen Ende.“

Unternehmen sind nämlich dann erfolgreich, wenn sie in hartem Wettbewerb stehen und zugleich stark in die Aus- und Weiterbildung ihrer Manager und Mitarbeiter investieren. Dies belegte jüngst eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey und mehrerer Elite-Unis. Lehnen sich Manager aber in ihren Chefsessel zurück, hat das fatale Folgen fürs Geschäft. Denn die Häuptlinge sind es, die die Lernkultur ihres Unternehmens entscheidend prägen, betont Pinnow. Doch in den wenigsten Firmen leben Chefs stetes Lernen vor, so Seufert. Im Gegenteil: Lernen hafte hierzulande immer noch etwas Negatives an, werde zu sehr als Mangelbehebung verstanden, moniert Pinnow. „Es wird Zeit, dass Lernkompetenz als Schlüsselkompetenz guter Führungskräfte verstanden wird.“

Denn die Halbwertzeit des Wissens wird immer kürzer. Christoph Zeckra, Leiter Personal und Soziales der Versicherungsholding AMB Generali in Aachen: „Jede Führungskraft ist heute ein Change-Manager. Die Firma muss ihn befähigen, den rasanten Wandel mitzugestalten.“

Besonders dramatisch passierte dieser Wandel bei Eon. Vor sechs Jahren noch war der multinationale Energieriese ein beschaulicher multiregionaler Energieversorger – ohne Konkurrenz oder Geschäfte im Ausland. Volker Wiegmann, Direktor der Eon Academy: „Unsere Ingenieure, die vor 15 Jahren zu Preußen-Elektra oder zum Bayernwerk gingen, hätten sich damals nicht träumen lassen, einmal in leitender Funktion in Osteuropa zu arbeiten. Da müssen wir zum Teil völlig neue Kompetenzen nachrüsten – gerade auch interkulturelle.“

Heute voraussehen, welches Wissen morgen und übermorgen gefragt ist, das sieht Wiegmann als eine Kernaufgabe. „Bildung ist nichts Esoterisches, sie lässt sich genauso effizient organisieren wie die Produktion. Wir sind quasi eine Bildungsfabrik.“ Und genauso knallhart muss sich Fortbildung für die Firmen rechnen. AMB Generali etwa investiert pro Jahr 7 500 Euro in jede Führungskraft. Für die 4 000 Studierenden der Eon Academy zahlt Eon im Schnitt 6 000 Euro – den Löwenanteil trägt der Konzern, nicht die Abteilungen. Wiegmann: „Wir knausern bei Kraftwerks- und Netz-Investitionen über 60 Milliarden nicht wegen eines mehrtägigen Kurses, mit dem wir die Management-Effizienz verbessern.“

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