Im Übernahme-Management erprobt: Der Mann hinter der Attacke

Im Übernahme-Management erprobt
Der Mann hinter der Attacke

Comcast-Manager Stephen Burke kennt die Disney-Familie bestens. Er soll die Integration des Mäuse-Konzerns leiten.

Der Angriff auf Mickey Mouse und Co. begann am Mittwochmittag um kurz nach eins. Als der Chef des US-Kabelfernsehbetreibers Comcast, Brian Roberts, der Presse im New Yorker St. Regis Hotel erklärte, warum er den Unterhaltungskonzern Walt Disney für 66 Milliarden Dollar übernehmen wolle, da hielt sich ein Mann zunächst im Hintergrund. Sein Name: Stephen Burke. Seine Funktion: Präsident der Comcast-Kabelnetzsparte. Seine Aufgabe: die Integration von neuen Konzernteilen. Seine Vergangenheit: langjähriger und hoch angesehener Disney-Manager.

Burke, 45, trägt an diesem kühlen Februartag einen dunklen Anzug, dazu ein helles Hemd und eine rot-weiß gestreifte Krawatte. Das Haar ist streng gescheitelt und das Grinsen durchaus breit, als sein Boss Roberts ihn ans Mikrofon bittet. Brancheninsidern ist in diesem Moment schlagartig klar, dass Burke mit seiner Disney-Expertise eine der treibenden Kräfte hinter der Übernahme sein dürfte.

Burke ist bestens vorbereitet. Routiniert spult er eine Minipräsentation ab und lässt ein Zahlenfeuerwerk los. Unter anderem: „Disneys TV-Sender ABC ist schwach. Nur auf Platz vier hinter NBC, Fox und CBS. Wir sind davon überzeugt, dass wir schnell eine Ergebnisverbesserung von bis zu 500 Millionen Dollar hinkriegen werden.“

Dass er Übernahmen managen kann, das hat Burke schon einmal bewiesen. Im Dezember 2001 hatte der Kabelnetzbetreiber aus Pittsburgh die Breitbandsparte von AT & T geschluckt, damals mit 16 Millionen Abonnenten die Nummer eins im US-Kabelmarkt. Analysten sind voll des Lobes über die Integrationsarbeit Burkes: „Das hat gut und rasch geklappt“, heißt es etwa unter den Medienexperten bei der UBS in Zürich.

Jetzt soll Burke auch den zweiten Mega-Deal kontrollieren. Durch die Übernahme entstünde ein Unternehmen mit einem Umsatz von 45,4 Milliarden Dollar. Comcast/Disney würde den bisherigen Branchenführer Time Warner, gemessen an den Erlösen, von Platz eins verdrängen. Die Strategie, mit der Burke den neuen Riesen ans Laufen bringen will, hört sich einfach und bekannt an: „Wir werden die richtigen Leute in die richtigen Positionen bringen. Wir werden ihnen sagen, was wir von ihnen erwarten, und dann werden wir sie erst einmal machen lassen.“

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