Image der Dax-Chefs
Banker im Visier der Medien

Eine Handelsblatt-Untersuchung beleuchtet die Medienpräsenz der Dax-Vorstandschefs und deren Images in Zeiten der Finanzkrise. Die Bankmanager bekommen eine kritische Presse.

DÜSSELDORF. Es ist und bleibt eine Hassliebe: Josef Ackermann und die deutsche Presse können nicht ohne einander. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank liebt die klaren Worte, und die Medien greifen sie dankbar auf. Mal loben sie den Schweizer, häufig beschimpfen sie ihn für seine Äußerungen. Insbesondere in Zeiten der Finanzkrise verfolgen die Wirtschaftsmedien seine Äußerungen aufmerksam. 277 gedruckte Berichte hat es von Juli bis Ende September über "Seppi" Ackermann gegeben, und da hatte die Finanzkrise gerade erst Anlauf genommen.

Das ist das Ergebnis einer Studie über die Medienpräsenz der Dax-30- Vorstandschefs im dritten Quartal 2008. Der Medienanalyst Landau Media wertete in Kooperation mit dem Handelsblatt und der Kommunikationsagentur Faktenkontor 2 500 Meldungen und Berichte über die obersten 30 Konzernlenker aus. Einbezogen wurden 18 Printtitel, darunter überregionale Tageszeitungen wie Handelsblatt, "FAZ", "Süddeutsche Zeitung", "FTD" sowie Magazine wie "Spiegel", "Stern", "Capital" und "Manager Magazin". Neben der Zahl der Nennungen wurden insbesondere die Tonalität und die Eigenschaftszuschreibungen der Dax-Chefs erfasst und analysiert.

Im Zentrum der Medienberichte stehen klar die Finanzmarktkrise und ihre Folgen. Jeder zweite ausgewertete Artikel hat das Thema zum Inhalt. Zur Erinnerung: Im August geraten die US-Investmentbanken in die Schieflage. Am 15. September, dem "Schwarzen Montag" der Wall Street, muss die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden - und löst damit einen folgenschweren Dominoeffekt in der globalen Finanzwelt aus. Zwei Wochen später gerät auch das erste Dax-Unternehmen, der Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE), in finanzielle Schieflage.

Josef Ackermann wird am häufigsten von allen Bankmanagern und auch den übrigen Dax-Chefs zitiert - noch vor dem inzwischen ausgeschiedenen Continental-Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer, der "geradlinig", so heißt es, den Einstieg des Familienunternehmens Schaeffler mit Hilfe der Medien zu verhindern suchte. Dahinter folgt Peter Löscher, der als "unnachgiebig" und "progressiv" titulierte Vorstandschef von Siemens, der wegen der Restrukturierungen und Entlassungen im Traditionsunternehmen aus den Schlagzeilen im dritten Quartal nicht wegzudenken ist.

Seite 1:

Banker im Visier der Medien

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%