Image der Firmenchefs
Wenn ein Segelboot hilft

Welcher Konzernchef konnte im April für das Image seiner Firma punkten? Dieter Zetsche, der Heimkehrer aus den USA mit dem charakteristischen Schnauzbart, ist Mr. Nice Guy. Den Rang hat sich der Daimler-Chrysler-Chef durch harte Arbeit erkämpft. Andere gingen einen leichteren Weg - und "erkauften" sich ihre guten Platzierungen.

DÜSSELDORF. Die Fußballweltmeisterschaft kann sogar auf das Image eines Firmenchefs durchschlagen. Zumindest wenn der Firmenname eng mit dem Ereignis verbunden ist - und der Firmenvertreter als Gesicht des Unternehmens seiner Aufgabe gerecht wird und sich ins Licht der Öffentlichkeit wagt. Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer ist so einer. Im Ranking von Landau Media/Faktenkontor und Handelsblatt kletterte der Bayer an der Spitze des fränkischer Sportartiklers im April bis auf Platz Sechs (Vergleichszeitraum 2005: Platz 17).

Im Spiegel der Presse erschien er immer wieder als humorvoll und sportlich und erarbeitete sich die Position des Optimisten des Monats. Nicht nur, dass er gute Unternehmenszahlen präsentierte. Durch die Übernahme des Konkurrenten Reebok kommt er nun dem Weltmarktführer Nike gefährlich nahe. Schließlich sind seine Aussichten fürs neue Geschäftsjahr glänzend. Alles in allem repräsentiert Hainer Adidas überzeugend: Er tritt gerade im Fernsehen ohne Krawatte auf, gibt sich sportlich wie bodenständig.

Anders als sein Kollege Jochen Zeitz von Puma auf Platz 29. Obwohl auch Puma bei der Weltmeisterschaft in Erscheinung tritt, sogar doppelt so viele Teams wie Adidas ausrüstet - nämlich zwölf - und ebenso mit Erfolg glänzt. Als Gesicht seiner Firma hält sich Zeitz zurück. Zu sehr. Denn seiner Marke dient Hainer stärker als Jochen Zeitz, der sich zu wenig in die Öffentlichkeit bemüht.

Gute Presse bekam auch - ebenfalls im Zusammenhang mit Sport - ein Dinosaurier der New Economy, der Self-Made-Typ Ralf Dommermuth von United Internet. Er sponsert eine deutsche Yacht mit stolzen 50 Millionen Euro aus seiner Privatschatulle. Diese soll an der bedeutendsten Segelregatta - dem America?s Cup - teilnehmen. Die Ausscheidungswettkämpfe laufen bereits. Ob die positive Stimmung - die auf Dommermuth bisher abfärbt - Bestand hat, wenn der Misserfolg seiner Yacht anhält?

SAP-Chef Henning Kagermann dagegen positionierte sich jetzt auf Platz elf als umsichtiger Analytiker und hat damit einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht: 2005 stand er noch auf Platz 24. Der Manager, der nach wie vor die beste Presse bekommt, ist Dieter Zetsche: Der Entschluss, die Daimler-Zentrale in Möhring aufzugeben und stattdessen die Verwaltung neben die Fließbänder in Untertürkheim zurückzuverpflanzen, brachte ihm viele Sympathien ein - und dies schlug durch auf seine Bilanz der ersten 100 Tage im Job.

Hubertus Erlen, Vorstandschef des Pharmaunternehmens Schering in Berlin dagegen hat am stärksten von allen Wirtschaftsbossen polarisiert: Beliebt hat er sich gemacht, indem er durchsetzte, dass Schering nach der Übernahme durch Bayer - also Bayer-Schering-Pharma - den Firmensitz in Berlin behält. Gelobt wurde er als "guter Verhandler". Angekreidet wurde ihm aber, dass er nichts Konkretes sagte dazu, wie viele Schering-Mitarbeiter ihre Jobs in Folge der Fusion verlieren werden. Denn dass 6 000 Menschen aussortiert werden, ist beschlossene Sache.

"Dass es manchmal einfach Glück ist, wenn man seiner Firma als oberster PR-Manager gute Presse beschert, zeigt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Er profitierte von dem turbulenten Air-Berlin-Börsengang quasi über Bande - als wichtigster Gegenspieler", urteilt PR-Profi Jörg Forthmann von der Hamburger Agentur Faktenkontor.

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