Immer mehr Auslandsmanager zieht es nach Russland, angelockt von Aufbruchstimmung und Top-Gehältern
Auf dem Treck nach Osten

Den angeschlagenen Ölkonzern Yukos zusammenzuhalten ist nicht gerade ein Traumjob. Oder vielleicht doch. Simon Kukes ist einer der ersten aber sicher nicht der letzte Top-Manager, der sich von einem Spitzengehalt gen Osten ziehen ließ.

HB MOSKAU. Nein, leicht sei seine Aufgabe bestimmt nicht. Simon Kukes fährt mit der linken Hand durch seine kurz geschnittenen, fast bordeauxroten Locken. „Leicht ist es nicht, den durch Kremlattacken angeschlagenen Yukos-Ölkonzern zusammenzuhalten.“

An diesem Freitag beginnt der Prozess gegen seinen Vorgänger im Chefsessel und Yukos-Großaktionär, Michail Chodorkowskij, wegen Betrugs und Steuerhinterziehung. Hinzu kommen fast wöchentlich Razzien der Steuerfahnder in der Konzernzentrale, Gerichtstermine wegen angeblicher Steuerhinterziehung in Höhe von fast drei Milliarden Dollar und Drohschreiben der Gläubigerbanken, die Kredite fällig zu stellen. Außerdem sind das Vermögen des Unternehmens und die Aktien der Hauptaktionäre seit Wochen eingefroren.

Warum tut sich ein international erfahrener Manager so etwas an? Die Frage bleibt unbeantwortet. Kukes schaut in den neblig-grauen Moskauer Himmel aus dem 5. Stock des Yukos-Hauptquartiers hinter dem Pawelezker Jugendstil-Bahnhof.

Der 57-Jährige, der bei den Erdölkonzernen Phillips Petroleum und Amoco Karriere machte, war einer der Ersten, die bei einem russischen Konzern anheuerten. Aber er ist längst keine Ausnahme mehr. Allein drei Yukos-Vorstände haben wie Kukes einen US-Pass. Die Holding Basowy Element führt ein Amerikaner. Und die russische Bank Nikoil ein Holländer. Russlands Konzerne holen sich erfahrene Manager ins Land, um sich für den internationalen Wettbewerb zu rüsten. Viele Führungskräfte reizen die Aufbruchstimmung und die hohen Gehälter.

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