Immobilien-Experte Berger geht in den HVB-Vorstand
Ein Sanierer kehrt zurück

Ein wenig blass sah Johann Berger aus, als Mitte September die Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate den Verkauf eines milliardenschweren Kreditpakets verkündete.

HB MÜNCHEN. Konzernchef Georg Funke schilderte damals wortreich die Vorzüge der Transaktion. Berger saß daneben und sagte nicht viel. Dabei waren es doch der 44-Jährige und sein Team, die den hochkomplexen Verkauf an die US-Investmentfirma Lone Star in so mancher Nachtsitzung aushandelten. Es ging um immerhin 4200 Immobiliendarlehen von 1700 Einzelkunden mit einem Gesamtvolumen von 3,6 Milliarden Euro.

Als echter „Macher“ und „Sanierer“, aber trotzdem „angenehm im Umgang“, wird Berger von denen beschrieben, die mit ihm zusammen arbeiten. Qualitäten, die er bei seinem wohl neuen Job als Vorstand bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) bestens gebrauchen kann. Denn er soll mit Christine Licci das angeschlagene Deutschland-Geschäft wieder flottmachen. Während die Südtirolerin sich vor allem um die Privatkunden kümmern soll, wird Berger künftig die Verantwortung für die Firmenkunden und das Immobiliengeschäft tragen.

Keine leichte Aufgabe, denn gerade im Immobilienbereich hat die HVB nach wie vor zu kämpfen. Hohe Wertberichtigungen verhageln immer wieder das Ergebnis. Die derzeit schlechte Konjunktur gerade bei Gewerbeimmobilien in Deutschland tut das Übrige. Berger kennt die Probleme. Denn für die Hypo Real Estate sanierte er bereits das Geschäft mit gewerblichen Immobilienfinanzierern in Deutschland. Insider erwarten jetzt, dass auch die HVB unter der Führung Bergers größere Pakete an Problemkrediten abstoßen könnte.

Der jugendlich wirkende Banker ist ein echtes Gewächs der Münchener Großbank. Der in Mühldorf am Inn geborene Berger heuerte schon 1976 mit 16 Jahren als Banklehrling bei der damaligen Bayerischen Vereinsbank an. Nach etlichen Stationen in der Bank geht er 2001 in die USA und kümmert sich dort um das Immobiliengeschäft.

2003 kehrt er nach Deutschland zurück. Die HVB fusionierte damals mehrere inländische, bis dahin unabhängig agierende Hypothekenbanken des Konzerns zu Hypo Real Estate Deutschland. Schon damals erwarb sich Berger einen guten Ruf. Im Oktober 2003 wird schließlich das gesamte Geschäft mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung aus dem Konzern abgespalten und als Hypo Real Estate an die Börse gebracht. Die Banken agieren seitdem unabhängig voneinander.

Jetzt kehrt Berger zu seinem alten Arbeitgeber zurück – und das gleich als Hoffnungsträger. Konzernchef Dieter Rampl braucht schnelle Erfolge.

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