Immobilienbank
Vorstands-Abgang schickt Aareal auf Talfahrt

Wenn der Finanzvorstand einer Bank eine knappe Woche vor Veröffentlichung neuer Quartalszahlen in Zeiten der US-Hypothekenkrise seinen Hut nimmt, kann das Unternehmen noch so bemüht sein, der Personalie die Brisanz zu nehmen: Die Anleger glauben es nicht und flüchten zahlreich aus der Aktie der Wiesbadener Aareal Bank.

HB WIESBADEN. Das Institut teilte am Mittwoch mit, Schörnig habe sein Amt mit sofortiger Wirkung auf eigenen Wunsch niedergelegt, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zuzuwenden. Eine nähere Begründung lieferte die Aareal nicht. Sie ergänzte lediglich, Schörnigs Aufgaben sollten im Vorstand neu verteilt werden.

Anleger zeigten sich von der Nachricht extrem verunsichert. Der Kurs der im Nebenwerteindex MDax notierten Aktie brach zeitweite um fast neun Prozent auf 30,11 Euro ein. Später erholte sich das Papier wieder, notierte aber weiter deutlich im Minus.

Händler vermuteten einen Zusammenhang mit der Krise am US-Hypothekenmarkt, die immer weitere Kreise in Deutschland zieht. „Die Anleger haben Angst, dass die Aareal Bank in die Krise am US-Hypothekenmarkt verwickelt sein könnte“, sagte ein Händler. Schörning sei der verantwortliche Vorstand für die Bereiche Treasury, Credit Treasury und Investor Relations gewesen. Das plötzliche Ausscheiden Schörnigs sei vor allem kritisch im Hinblick auf die Quartalszahlen, die die Bank am kommenden Montag veröffentlichen will.

Die Aareal betonte dagegen, Schörnigs Weggang habe nichts mit den Turbulenzen in den Vereinigten Staaten zu tun. „Wir können ruhigen Gewissens sagen, wir haben überhaupt kein Problem in der Bank mit Subprime-Investments“, sagte ein Sprecher. Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer sei nicht in dem krisengeschüttelten Markt engagiert. Der Sprecher bekräftigte die Geschäftsprognosen der Bank bis zum Jahr 2009. Die Eigenkapitalrendite, die wichtigste Kennziffer zur Beurteilung der Profitabilität von Banken, soll bis dann auf rund 13 (2006: 10) Prozent steigen.

Am Dienstagabend hatte die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihren Finanzchef geschasst, weil das Institut wegen der Krise am US-Subprime-Markt in eine massive Schieflage gerutscht war. Noch ist nicht vollständig zu erkennen, wo und in welchem Umfang Risiken aus der US-Hypothekenmarkt-Krise schlummern.

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