Immobiliendienstleister
Andreas Quint wird Chef von Jones Lang Lasalle

Einer der weltweit größten Immobiliendienstleister hat einen neuen Deutschland-Chef: Andreas Quint wird am 1. Januar 2009 den Posten übernehmen. Mitten in der Immobilienkrise soll das Geschäft mit 700 Beschäftigten führen.

DÜSSELDORF. Mancher in der Branche sah Andreas Quint schon als Opfer der aufziehenden Immobilienkrise. Einer Spekulation, der er selbst Vorschub geleistet hatte: „Im schlimmsten Fall verliere ich meinen Job und einen Teil meines Vermögens“, hatte er auf der Expo Real der „Süddeutschen“ gesagt. Doch während er öffentlich über seinen Abstieg sprach, führte er schon Verhandlungen über seinen Aufstieg mit Jones Lang Lasalle (JLL), einem der größten Immobiliendienstleister weltweit.

Am 1. Januar 2009 übernimmt Andreas Quint den Posten von Christian Ulbrich, der zum gleichen Zeitpunkt Geschäftsführer Europa und Mitglied des Vorstands der an der New Yorker Börse notierten JLL Inc. wird. Ende Oktober stieg Quint bei seinem früheren Arbeitgeber der Catella Property Group als Deutschlandchef aus.

Künftig führt der temperamentvolle Berliner JLL in Deutschland, eine Umstellung für seine rund 700 Mitarbeiter, die bislang den zurückhaltenden Hanseaten Ulbrich gewohnt waren. Von Hause aus sei er schon ein Choleriker gibt der 48jährige zu. Aber einer, der es über die Jahre gelernt habe, mit seinem Temperament umzugehen.

Jenes Temperament ist in der Branche hinlänglich bekannt. Brachte er doch 2003, damals noch bei Ernst & Young Real Estate, die Branche in Wallung als er propagierte, für die damals im Geld schwimmenden offenen Immobilienfonds wären Mittelabflüsse „heilsam“. Später legte er mit Zweifeln an der Bewertung der Fondsgebäude nach. Zwei Jahre später führte die anhaltende Bewertungs-Diskussion zur ersten Fondsschließung.

Auch Ingo Winterstein, Partner für das Immobiliengeschäft bei der internationalen Anwaltskanzlei Lovells, hat „manche heiße Diskussionen“ mit Quint erlebt. Die hätten aber nie zu nachhaltigen Störungen des Verhandlungsklimas geführt. „Absolut geradlinig“, beschreibt der Anwalt Quints Verhandlungsstil.

Die beiden haben viel verhandelt: Unter Quints Regie mischte Catella auf dem deutschen Transaktionsmarkt vorne mit, etwa im Sommer 2007 bei der größten Bürogebäude-Transaktion Deutschlands, als die Degi 37 Immobilien für 2,7 Mrd. Euro an Goldman Sachs verkaufte. Da hatte der Fonds-Kritiker seinen größten Deal mit einem Fonds gemacht und war wieder einmal der Gewinner.

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