In den USA Instrument zur Mitarbeiterbindung
Deutsche Rechtschutzversicherung ist "in"

Die deutschen Rechtsschutzversicherer suchen angesichts stagnierender Inlandsumsätze zunehmend ihr wirtschaftliches Heil im Ausland. Und das mit Erfolg: Rechtsschutz "made in Germany" entwickelt sich in Europa und USA immer mehr zum Verkaufsschlager.

GARMISCH. So nehmen die drei führenden Rechtsschutzversicherer in Deutschland - Allianz, DAS und Arag - auch im europäischen Markt die vordersten Plätze ein. Mehr noch: Im Falle der DAS überstiegen die Prämieneinnahmen aus dem Auslandsgeschäft mit 454,6 Mill. Euro im vergangenen Jahr sogar die Umsätze auf dem heimischen Markt (383 Mill. Euro).

War es zu Beginn der 50er-Jahre Ziel der Versicherer, den heimischen Markt zu erobern, schielen sie heute verstärkt über die Grenze. Denn die Versicherungsdichte ist in Deutschland mit 34 Euro pro Einwohner nahezu ausgereizt - nur in Österreich ist sie mit 38 Euro noch höher. In Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien oder Griechenland liegt die Versicherungsdichte dagegen bei unter 10 Euro.

Der globale Ansatz trägt jetzt Früchte. Insgesamt wuchs der Auslandsumsatz der DAS, Nr. 2 in Deutschland, um satte 14,1 Prozent. Ganz ähnlich stellt sich auch die Lage bei der deutschen Nr. 3, der Arag Rechtsschutzversicherung aus Düsseldorf, dar. Während die Einnahmen aus dem Inlandsrechtsschutz um 2,4 Prozent auf knapp 339 Mill. Euro sanken, verzeichnete der Versicherer auf der internationalen Bühne einen Zuwachs von 6,4 Prozent. Der deutsche Marktführer Allianz, weltweit in über 70 Ländern vertreten, bietet dagegen den Rechtsschutz im Ausland nur als Kombiprodukt an. Die Ergebnisse aus der Rechtsschutzsparte werden dabei nicht gesondert ausgewiesen. National erzielte die Allianz im abgelaufenen Jahr Beitragseinnahmen in Höhe von 402 Mill. Euro.

Doch so rosig die nackten Marktdaten auf den ersten Blick erscheinen - der Aufbau des Versicherungsgeschäftes im Ausland ist dornig und dauert lang. Zudem scheidet die Übernahme ausländischer Rechtsschutzversicherer aus. Denn in Ländern, in denen die deutschen Versicherungen nicht ohnehin schon vertreten sind, gibt es in der Regel auch keine Rechtsschutzbranche. Damit aber bleibt nur der beschwerliche Weg des "first mover" - verbunden mit der Konsequenz, den Markt für Rechtsschutzprodukte erst einmal selbst zu entwickeln. Und das ohne garantierten Erfolg. So hat sich die Arag erst kürzlich wieder aus den Märkten in Tschechien und Ungarn zurückgezogen und ist dafür in Slowenien neu eingestiegen.

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