Industrie: IHK will zur Tagesordnung zurückkehren

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IHK will zur Tagesordnung zurückkehren

Der beispiellose Machtkampf in der Frankfurter IHK wird nun vor Gericht entschieden. Nach ihrer Niederlage in den IHK-Gremien wollen die Kritiker von Kammerpräsident Joachim v. Harbou im Streit um die Führungsspitze die Juristen bemühen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der beispiellose Machtkampf in der Frankfurter IHK wird nun vor Gericht entschieden. Nach ihrer Niederlage in den IHK-Gremien wollen die Kritiker von Kammerpräsident Joachim v. Harbou im Streit um die Führungsspitze die Juristen bemühen.

„Es wird jetzt alles geprüft“, sagte der Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes, Frank Albrecht. Als IHK-Vizepräsident war Albrecht - wie zwei weitere Kritikerinnen - am Mittwoch in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgewählt worden.

Kammerpräsident v. Harbou fühlt sich indes „ermutigt, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen“ und sieht einer juristischen Prüfung gelassen entgegen. Die Vollversammlung, das Parlament der mit 84 000 Mitgliedsunternehmen drittgrößten IHK Deutschlands, hatte dem Präsidenten mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen.

Nach dem seit Jahresanfang offen ausgetragenen Streit will v. Harbou die Kammer „so schnell wie möglich wieder in ruhiges Fahrwasser bringen“. Er mahnte die Konzentration auf Sachthemen wie Ausbildung und Existenzgründung an. Zudem will die IHK ihre Wahlordnung ändern, damit sich eine solche Auseinandersetzung um die Besetzung von Führungspositionen nicht wiederholt. „Es muss unser Ziel sein, eine Wahlordnung zu bekommen, die auf die Verhältnisse in Frankfurt zugeschnitten ist“, sagte v. Harbou. Für künftige Präsidiumswahlen - die nächste turnusgemäße steht in Frankfurt in zwei Jahren an - müsse es Rechtssicherheit geben.

Nach Ansicht der Kritiker war v. Harbou im Frühjahr 2004 zu Unrecht an die Spitze der IHK gewählt worden. Der Ex-Banker und vier Vizepräsidenten seien zum Wahlzeitpunkt nicht als Unternehmer aktiv gewesen und hätten damit die Voraussetzung für die Ämter nicht erfüllt. Die jetzt aus dem Präsidium gewählten Kritiker - außer Albrecht sind dies Dagmar Bollin-Flade und Ulrike Gehring - sehen einen Verstoß gegen das IHK-Gesetz und hatten das von Gutachtern bestätigen lassen. V. Harbou, 2004 Aufsichtsratschef des Immobilienfinanzierers Eurohypo, hatte die Vorwürfe mit Hilfe eigener Gutachten zurückgewiesen.

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