Informationen aus den Stasi-Akten in Berlin
Die erstaunliche Karriere eines Bank-Managers

Der Chef der Dresdner Bank in Russland soll das Institut als Stasi-Agent jahrelang ausspioniert haben, um dann dort in die Spitze aufzusteigen.

MOSKAU. Fundiertes Wissen über den eigenen Arbeitgeber ist die beste Voraussetzung für eine steile Karriere - so lautet eine alte Managerweisheit. Der Chef der Dresdner Bank in Russland, Matthias Warnig, hatte eine bemerkenswert fundiertes Wissen, bevor er 1990 zur Dresdner Bank stieß: Jahrelang soll er im Auftrag der Stasi die Dresdner Bank beobachtet haben.

Inzwischen ist Warnig nicht nur Leiter des Russland-Geschäfts der Bank, sondern auch einer der prominentesten Investmentbanker in Russland überhaupt. Auch mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin ist Warnig bekannt - man kennt sich aus den 80er-Jahren, als beide Geheimdienst-Kollegen waren: Während Warnig für die Stasi arbeitete, war Putin Agent für den sowjetischen Geheimdienst KGB.

Diese Beziehung dürfte der Dresdner Bank geholfen haben, ein beachtlicher Spieler in Russland zu werden. Die Investment-Tochter, Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW), konnte lukrative Geschäfte an Land ziehen. Sie half dem russischen Justizministerium, das Kernvermögen des Ölgiganten Yukos zu bewerten, bevor es im Dezember 2004 zu dessen umstrittener Versteigerung kam. DKW beriet auch den Energieriesen Gazprom bei dessen Fusion, bei der für Warnig ein Sitz im Aufsichtsrat heraussprang.

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