Informationstechnik
Tempomacher fürs Geschäft

Durch die ständige Weiterentwicklung von Informationstechnologien ändern sich auch die Anforderungen an Firmen und ihre Mitarbeiter. Doch nicht nur alltäglich Arbeitsabläufe werden durch neue Technik beeinflusst, auch ganze Geschäftskonzepte stehen unter diesem Einfluss. Dabei lohnt es sich für Unternehmen, einige Trends besonders im Auge zu behalten.

DÜSSELDORF. Mitarbeiter - dieses Wort klingt zu profan. Wenn Unternehmen wie etwa die Leverkusener Bayer AG heute von ihren Mitarbeitern reden, dann heißen diese schon mal "Information worker". Das klingt nicht nur ein bisschen wichtiger, sondern soll auch den Trend widerspiegeln: Die Jobs der Zukunft werden mehr denn je vom Umgang mit Daten, Software, Internet und Informationstechnik geprägt sein.

Und das gilt nicht für die Arbeit, sondern für ganze Unternehmenskonzepte. "Die IT wird in den nächsten Jahren der entscheidende Treiber bei der Veränderung der Geschäftsmodelle sein", prognostiziert Hubert Österle, Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen. Er glaubt, dass Unternehmen die Möglichkeiten durch Vernetzung intern und mit anderen Firmen, Kunden, Produktionsstätten oder Forschungseinrichtungen noch längst nicht ausschöpfen. "Wir stehen da erst am Anfang."

Das sehen auch die Business-Technology-Experten der Unternehmensberatung McKinsey so. "Es geht nicht um die IT selbst, sondern darum, wie die Unternehmen mit deren Hilfe ihr Geschäftskonzept erfolgreich verändern", heißt es in der Untersuchung von McKinsey. Welche Trends und Chancen Unternehmen im Blick behalten sollten, hat die Unternehmensberatung in einer aktuellen Studie zusammengestellt (Details in den beiden unten stehenden Texten). Letztlich geht es bei allen Ansätzen darum, die traditionellen Unternehmensgrenzen weiter aufzubrechen: etwa um schneller an bessere Ideen für Produkte zu kommen oder um näher an die Kunde zu rücken.

Die Veränderungen zeigen sich bereits deutlich in der Forschung & Entwicklung der Unternehmen: Einst waren die eigenen Labors Brutstätten von Innovationen. Heute kommt beispielsweise beim US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble mehr als die Hälfte der Ideen von außerhalb. Im Extremfall werden Produkte durch Kunden oder externe Netzwerke sogar selbst entwickelt.

Möglich wird dies durch neue Internettechnologien, in die viele Unternehmen derzeit massiv investieren. Sie sind nicht nur die Basis für die Netzwerke nach außen, sondern auch im Unternehmen selbst: Die "Information workers" in den weltweiten Teams der Bayer AG werden etwa durch interne Wikis und Blogs unterstützt, auf denen sie ihr Wissen teilen und sich austauschen.

Experten wie die des Marktforschungsunternehmens IDC nennen das neue Kind "Enterprise 2.0" - es geht um die zielgerichtete Kommunikation mit einer Vielzahl von Außenstehenden. Die IT soll nicht nur neue Formen der Interaktion ermöglichen, sondern Managern Entscheidungsgrundlagen liefern und helfen, die Kosten zu senken.

Die Chance ist zugleich Herausforderung: Unmengen von Daten häufen sich jeden Tag bei den Unternehmen aus verschiedenen IT-Systemen an. Sie müssen richtig interpretiert und zusammengeführt werden. Thomas Davenport, Professor an der US-Business-School Babson, glaubt, dass sich der Wettbewerb zwischen Unternehmen künftig viel stärker an der "Analytik" entscheidet: also an Vorhersage, Planung und Entscheidungsfindung auf Grundlage einer intelligenten Interpretation von Daten.

Manager sollten im Auge behalten, ob sich in ihrem Geschäft Chancen für auf IT basierende neue Geschäftsmodelle auftun oder zeigen. Die Barrieren sind nicht Software und Systeme selbst, merkt Informatikprofessor Österle an - sondern die Manager, die der Datenanalyse skeptisch gegenüberstehen und nur aus dem Bauch heraus entscheiden.

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