Inhaberfamilien
Wie die Porsche-Erben um die Macht kämpfen

Bislang war Blut am Ende immer dicker als Wasser: Heute darf Ernst die jährlichen Familientreffen veranstalten. Der nächste Großtermin steht am 19. September an. Dann würde der 1998 verstorbene Ferry, der die Autofabrik in Stuttgart gründete, den 100. Geburtstag feiern.

Ironie der Geschichte: In der aktuellen Krise geht es wieder um einen arabischen Investor, das Emirat Katar. Diesmal sollen die Scheichs Porsche beispringen, um Piëchs Plan zu vereiteln.

Am Mittwoch müssen sich die Streithähne entscheiden, ob sie das familiäre Feuer löschen wollen oder weiter schwelen lassen. Am Ende steht wieder die Frage, was dicker ist: Blut oder Wasser?

Ungleichgewichte

Ferdinand Piëchs größtes Problem ist es, dass er nicht Porsche heißt, hat ein Familienkenner einmal scherzhaft formuliert. Der Hintergrund ist aber ernst: Die Porsches halten an der Porsche-Holding 53 und die Piëchs nur 47 Prozent. Der industrielle Kopf des Clans ist demnach bei seinen automobilen Visionen immer auf die Zustimmung seines Cousins Wolfgang Porsche als Chef des Porsche-Clans angewiesen. Auch kann sich Piëch nie sicher sein, ob seine Familie voll hinter ihm steht.

Andersherum kann Wolfgang Porsche aber auch nichts gegen den Willen von Ferdinand Piëch tun, solange dessen Bruder Michel Piëch zu ihm hält. Beide zusammen verfügen über eine Sperrminorität. Geht Porsche im VW-Konzern auf, ist die Macht des Porsche-Stamms gebrochen.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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