Innovationsmanagement
Lauter kleine Googles

Typisch Google: Erst erklärt die weltgrößte Internet-Suchmaschine die Digitalisierung von Büchern zum neuen Geschäft und schreckt damit Microsoft auf. Wenig später enthüllt Google ein Projekt namens Base, auf dessen Plattform Kunden Kleinanzeigen veröffentlichen können – und was Beobachter schon als Bedrohung für Zeitungsverlage und das Auktionshaus Ebay interpretieren.

DÜSSELDORF. Googles rastlose Suche nach Innovationen: Neuerungen des Konzerns beschäftigen mittlerweile fast im Wochenrhythmus die Branche. Das beeindruckt Managementexperten wie Gary Hamel von der London Business School. Er sieht das quirlige Unternehmen ebenso wie den alteingesessenen IBM-Konzern als gute Beispiele dafür, was im Zentrum moderner Strategien stehen sollte: die Fähigkeit, Veränderungen auf dem Markt früh zu erkennen und mit Innovationen schnell zu reagieren.

Klingt selbstverständlich. Doch Hamel, der als einer der einflussreichsten Strategieberater weltweit gilt, beobachtet anderes: „Viele Manager hängen zu sehr in Gegenwart und Vergangenheit und beschäftigen sich zu wenig mit dem, was kommt“, sagt er. Hamel sieht als Ursache vieler Krisen, dass Firmen zu wenig auf Erneuerung ausgerichtet sind.

Bedroht ist der Erfolg nicht nur von flinken Konkurrenten, sondern von der eigenen Trägheit. Beispiel Kodak: Lange war der Konzern Marktführer in der Fotografie. Doch den Wandel zum Digitalgeschäft hat Kodak verschlafen – erst 2003 leitete Kodak die Kehrtwende ein. Doch die Krise ist tief: Im abgelaufenen Quartal machte Kodak einen Verlust von einer Milliarde Dollar. Google gilt als Paradebeispiel für schnelle Reaktionsfähigkeit. Auf der Suche nach neuen Diensten vertraut der Konzern auf das Netzwerk seiner Mitarbeiter aus aller Welt und auf kurze Entscheidungswege. Auf internen Webseiten und in Weblogs veröffentlichen Google-Mitarbeiter täglich mögliche neue Projekte, diskutieren und bewerten sie. Die besten werden von einem Gremium aus Topmanagern ausgewählt und an Teams weitergegeben, die sie schnell bis zur Marktreife bringen sollen.

Die Teams sind für Google das Herzstück bei der Innovation: Sie arbeiten autonom und sind mit drei bis fünf Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen klein. Um aus vielen Ideen auswählen zu können, gibt Google Freiräume: Ein Fünftel der Arbeitszeit dürfen Mitarbeiter an Projekten jeder Art arbeiten – die müssen noch nicht mal direkt etwas mit Google zu tun haben.

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