Innovationsnetzwerke
Leuchtender Teppich

Für kleinere Unternehmen ist die Forschung im eigenen Haus oft zu teuer. Sie sind auf die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und anderen Unternehmen angewiesen. So sind in den vergangenen Jahren viele regionalen Innovationsnetze entstanden. Ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft ist immens.
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Heute kann jeder am heimischen Rechner die Welt von oben betrachten - die Satellitenbilder von Google Earth machen es möglich. Doch schon vor dem Suchmaschinen-Giganten bot ein deutsches Unternehmen diesen Service an, wenn auch im Kleinformat. Der Kartenspezialist Datagis aus Filderstadt stellte Anfang 2005 einen Routenplaner für das schwäbische Remstal ins Internet. Wanderer und Radfahrer können hier Touren am Rechner abfahren, zu den Luftbildern gibt es Karten und GPS-Daten zum Ausdrucken und Runterladen.

"Alleine hätten wir das nicht entwickeln können", sagt Datagis-Chef Gunther Hahn. Das ging nur in der Kooperation mit anderen Mittelständlern, koordiniert vom Virtual Dimension Center (VDC) in Fellbach. Das VDC ist ein Innovationsnetzwerk, in dem sich Unternehmen aus dem Raum Stuttgart mit Hochschulen und Forschungsinstituten zusammengeschlossen haben.

In den vergangenen Jahren sind viele solcher regionalen Innovationsnetze entstanden. Ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft ist immens, denn vor allem mittelständische Unternehmen schaffen neue Jobs. Doch genau diese Unternehmen haben oft nicht die Mittel, um Innovationen aus eigener Kraft zu stemmen. Sie sind auf die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und anderen Unternehmen angewiesen.

So auch der Zulieferer Kussmaul aus Weinstadt. Das Unternehmen liefert alle glänzenden Metallteile für den Innenraum des Bugatti Veyron, des schnellsten für den Straßenverkehr zugelassenen Autos. Auch beim Innendesign sollte das Prestigeobjekt von VW Maßstäbe setzen. Kussmaul präsentierte verschiedene Vorschläge, doch die Ingenieure in Wolfsburg schickten immer neue Änderungswünsche. Dann stellte das VDC dem Zulieferer seine Computertechnik zur Verfügung. "Das war unser Schlüssel zum Erfolg", sagt Geschäftsführer Bernd Kussmaul. Er konnte nun die Bauteile dreidimensional entwerfen und mit VW weiterentwickeln. Allein hätte er sich die Anlage nicht leisten können. Jetzt nutzt Kussmaul die 3-D-Software auch für andere Projekte und neue VW-Designstudien.

Im August wurde das VDC Mitglied der Kompetenznetze Deutschland. Die Initiative des Wirtschaftsministeriums nennt sich selbst "Club der besten Innovationsnetzwerke". Mehr als 130 Netze bekamen bisher dieses Gütesiegel, über 7 000 kleine und mittlere Unternehmen haben sich hier zusammengeschlossen. Im Sommer wurden die Aufnahmekriterien verschärft, derzeit werden die Netze noch einmal evaluiert. "Daraufhin sind einige Mitglieder wieder ausgeschieden", sagt Alfred Helmerich, der bei der Initiative zuständig für die Aufnahme und Beurteilung der Mitglieder ist.

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