Insiderprozess Galleon: Der famose Gerichtsauftritt des Mr. Blankfein

Insiderprozess Galleon
Der famose Gerichtsauftritt des Mr. Blankfein

Spektakulär ist der Gerichtsprozess wegen Insiderhandel gegen Raj Rajaratnam ohnehin. Nun hatte auch noch der mächtige Chef von Goldman Sachs seinen Auftritt - Lloyd Blankfein höchstpersönlich kam, sah und sagte aus.
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Im dunkelblauen Anzug mit dunkelblauer Krawatte ist der wohl prominenteste Mann der Wall Street erschienen: Lloyd Blankfein, CEO von Goldman Sachs. Mit seinem berühmten leisen Lächeln stellt sich Blankfein einem Bezirksgericht in Manhattan – als Zeuge in einem der spektakulärsten Gerichtsprozesse wegen Insiderhandels, der zumindest in den USA nicht nur die Finanzwelt, sondern auch den einfachen Mann auf der Straße in den Bann zieht. Der Gerichtssaal ist gerammelt voll. Kein Wunder.

Es geht um den Verdienst von Millionen Dollar binnen weniger Minuten, um Raj Rajaratnam, einen der schillernsten und einflussreichsten Hedgefonds-Manager der Wall Street und um die Rolle, die ein ehemaliges Vorstandsmitglied von Goldman Sachs dabei gespielt haben soll.

Und das, was die Staatsanwaltschaft Rajaratnam vorwürft, klingt in der Tat nach einem Krimi: Er soll ein dichtes Netz an Kontaktleuten bei Banken, Unternehmensberatungen und
Technologiekonzernen wie dem Chipriesen Intel aufgebaut haben. Diese Spitzel, so der Vorwurf, hätten ihm im entscheidenden Moment hochbrisante Firmengeheimnisse gesteckt. „Rajaratnam hat auf diese Informationen wieder und wieder und wieder gehandelt“, sagte der Staatsanwalt Jonathan Streeter in seinem Eröffnungsplädoyer. „Er wusste, dass es falsch war.“

Blankfein lässt sich davon nicht irritieren. In einer Pause während der dreieinhalb Stunden währenden Anhörung geht er lächelnd auf Rajaratnam zu, reicht ihm die Hand. Ein Handshake unter alten Bekannten. Rajaratnams Hedgefonds Galleon war ein „sehr wichtiger“ Klient für Goldman, wie Blankfein vor der Jury erklärt, der dem Bankhaus Jahr für Jahr Geschäfte in Milliardenhöhe eingebracht habe.

Zu Spitzenzeiten konnte Rajaratnam sieben Milliarden Dollar anlegen - damit war sein Hedgefonds Galleon einer der größten überhaupt. Die Jungs in den Handelssälen der großen Banken kannten den Mann mit dem unaussprechlichen Namen einfach als „Raj“. Sein Privatvermögen taxierte das Magazin Forbes 2009 auf 1,5 Milliarden Dollar - damit belegte Rajaratnam Platz 236 auf der Liste der reichsten Amerikaner.

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  • Der Herr Blankfein reisst nun Herrn Raj rein, das ist in seiner Situation business as usual. Herr Blankfein wird ja ebenfalls staatsanwaltlich untersucht, da ist es gut, wenn man andere Sündenböcke nominiert.

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