Insolvenzantrag gestellt
Göttinger Gruppe droht die Pleite

Der Finanzkonzern Göttinger Gruppe ist zahlungsunfähig. Die Hauptgesellschaft Securenta AG und andere Gesellschaften des Konzerns stellten bereits am Donnerstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg. Unzufriedene Anleger klagen bereits seit Jahren - und wollen ihr Geld zurück.

HB GÖTTINGEN/BERLIN. Wie die Berliner Kanzlei Leonhardt, Westhelle und Partner am Freitag mitteilte, ist der Anwalt Rolf Rattunde sei zum vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Mit dem Antrag habe sich ein Insolvenzverfahren des Amtsgerichts Göttingen erledigt. Die Gruppe habe den Hauptsitz ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit nach Berlin verlegt. Seit Jahren häufen sich Klagen von Anlegern, die sich falsch und unzureichend beraten fühlen. Sie fordern ihr Geld zurück.

Der Sprecher des Göttinger Gerichts, Dietmar Brosche, hatte zuvor mitgeteilt, es habe den Hamburger Notar Peter Knöpfel als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Anlass des Insolvenzverfahrens sei der Antrag eines Anlegers auf Feststellung der Zahlungsunfähigkeit. Der Betroffene habe 2006 in einem Vergleich 17 000 Euro erstritten, das Geld bisher aber nicht erhalten.

Ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, hänge nun maßgeblich vom Ergebnis der Überprüfung der Unternehmensfinanzen durch den Verwalter ab. Die Securenta könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Verfahrens die Insolvenz allerdings zumindest theoretisch noch durch die Zahlung abwenden, sagte der Gerichtssprecher. Das Amtsgericht Göttingen hat allerdings bereits eine Vielzahl von so genannten Vollstreckungshaftbefehlen verhängt, weil die Göttinger Gruppe klagenden Anlegern ihr Geld nicht zurückgezahlt hat.

Anfang dieser Woche war zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und des Anlagenbetruges gegen Verantwortliche des Finanzkonzerns eingeleitet hat. Seit 2004 laufen zudem Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil so genannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Das Unternehmen soll damit bei über 100 000 Sparern insgesamt mehr als eine Milliarde Euro eingesammelt haben. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste.

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