Institut der deutschen Wirtschaft
Ingenieurmangel kommt teuer zu stehen

Die deutsche Industrie hat jeden Monat 23 000 offene Stellen für Ingenieure. Einer Studie zufolge gehen der Volkswirtschaft dadurch Milliardeneinnahmen durch die Lappen. Und auch auf die Unternehmen hat das Auswirkungen.

HB HANNOVER. Der zunehmende Ingenieursmangel kostet die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) jährlich rund 3,5 Mrd. Euro. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Zahl der offenen Stellen um 30 Prozent gestiegen, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs am Montag auf der Hannover Messe. Derzeit seien 23 000 Stellen offen, im April vergangenen Jahres seien es noch 18 000 gewesen.

„So wie es zur Zeit aussieht, stehen den mehr als 50 000 geplanten Ingenieurseinstellungen für dieses Jahr bei weitem nicht genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung“, sagte Fuchs. Die Auswirkungen auf die Unternehmen seien drastisch: „Die Technologie, die abwandert, kehrt nicht mehr zu uns zurück, höchstens als Produkt.“

Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sprach auf der Hannover Messe von einer „eingebauten Wachstumsbremse“. 2006 hätten 48 000 geplante Ingenieursstellen in Deutschland mangels Bewerbern nicht besetzt werden können. Wegen der fehlenden Fachleute kämen zahlreiche Projekte gar nicht zu Stande. Diese unbesetzen Stellen tauchen dann in der Statistik nicht auf, wie es hieß.

Die größten Schwierigkeiten hätten die Unternehmen bei der Einstellung von Ingenieuren im Maschinenbau und der Elektroindustrie. „Die Entwicklung der Zahl der Studierenden in Ingenieurswissenschaften gibt wenig Hoffnung auf baldige Änderung“, sagte Fuchs. „Wir überaltern ganz dramatisch bei den Ingenieurberufen.“

Fuchs sagte, er sehe wegen des Fachkräftemangels die Notwendigkeit, die Zuwanderung zu lockern. „Wir sind darüber mit der Bundesregierung im Gespräch. Aber das ist kein Allheilmittel, denn auch in anderen Ländern sind Ingenieure gefragt.“

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