Interessenkonflikt
Bruder des GE-Chefs berät Alstom

Im Übernahmekampf um Alstom zwischen General Electric und Siemens können die Amerikaner einen überraschenden Trumpf ausspielen. Der Bruder des Konzernchefs berät die Franzosen bei Fusionen.
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ParisDie Energiesparte des französischen Alstom-Konzerns wird von General Electric und Siemens umworben. Doch die Amerikaner sind offenbar bereits ganz persönlich mit dem französischen Konzern verbunden. Denn wie die französische Zeitung „Le Canard Enchainé“ berichtet, berät Steve Immelt, der Bruder von GE-Konzernchef Jeff Immelt, die Franzosen bei Fusionen.

Als Mitglied und kommender CEO des International Management Committee der US-Anwaltskanzlei Hogan Lovells soll Steve Immelt seit Jahren Alstom bei Kooperationsfragen beratend zur Seite stehen. Die familiären Bunde von Käufer und Verkäufer könnten zu einem handfesten Interessenkonflikt führen - der teuer für Alstom werden kann.

Vor allem weil enttäuschte Alstom-Aktionäre versuchen könnten, nach vollzogener Übernahme der Energiesparte zu klagen, befürchten Marktbeobachter. Gerade im klagefreudigen Amerika könnten sie mit dem Argument der Vorzugsbehandlung vor den Gerichten punkten. Immerhin steht der Vorwurf im Raum, dass die Brüder bei den Verhandlungen nicht in erster Linie daran denken, was das Beste für die Aktionäre ist.

Das Dilemma der Immelt-Brüder ist nicht der erste Interessenkonflikt bei Alstom: In den USA und in Brasilien wird bereits wegen des Verdachts der Korruption gegen die Franzosen ermittelt. Bei Siemens führten ähnliche Vorwürfe zu empfindlichen Strafen.

Bisher nehmen weder Alstom noch die Anwaltskanzlei Immelts Stellung zu dem Zeitungsbericht.  

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Interessenkonflikt: Bruder des GE-Chefs berät Alstom"

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  • Korruption ist ein Stück Lebenswahrheit
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    Es ist nun mal Realität, dass Korruption - man nennt es verniedlichend "Landschaftspflege" - normal ist in der Industrie.
    Und wenn GE jetzt seinen Bruder als Cheflobbyisten zu Alstom schickt, ist das ein geschickter Schachzug im Übernahmekampf.

    Bisher gab es "Geheimverhandlungen" zwischen GE und Alstom, von denen der Wirtschaftsminister nicht informiert wurde; er wurde sogar angelogen.
    Aber dagegen geht jetzt die französische Regierung vor.

    Künftig entscheidet Frankreichs Wirtschaftsminister, ob ein ausländischer Konzern einen französischen kaufen kann. Anlass ist der Übernahme-Poker um Alstom.
    Quelle: FAZ
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/alstom-uebernahme-frankreich-erlaesst-blockaderegel-12940525.html

  • Also Sachen gibt es auf dieser Welt, tss tss...

    Die Welt ist eben klein, nur ein paar Milliarden Leute und nur etwas mehr als 300 Mio Amerikaner. Da ist es klar, da trifft man sich halt immer wieder. Sieht man ja auch in der Ukraine mit dem Biden Sohn.

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