Interim-Management
Lieber um die Ecke parken

Die Ansprüche an Führungskräfte scheinen heute fast nicht zu bewältigen. Immer mehr Unternehmen engagieren deshalb Führungskräfte auf Zeit. Ein Interim-Manager, der um die Besonderheiten eines Auslandsmarktes weiß, kann einem Unternehmen viel Zeit und Geld sparen.

DÜSSELDORF. Die Ansprüche an Führungskräfte scheinen heute fast schizophren: Ihre Unternehmen sollen stabil sein, aber auch flexibel. Es müssen feste Regeln aufgestellt werden, man bewegt sich jedoch in sich schnell verändernden Märkten. Und von der Belegschaft soll man eine große Loyalität einfordern, zugleich aber gilt eine extreme Leistungsorientierung und entsprechende Sprunghaftigkeit.

„Wer sich länger mit diesen Fragen beschäftigt, kommt zu einem Schluss“, sagt Professor Max Ringlstetter von der Universität Eichstätt-Ingolstadt. „Es ist für ein Unternehmen wohl das Beste, wenn ein Teil der Belegschaft nur zeitweise im Unternehmen ist. Damit ist man beim Interim-Manager.“

Mit dieser Analyse des deutschen Managements hat Ringlstetter die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sicher. Rund 150 Interim-Manager kamen in der vergangenen Woche nach Köln, um sich beim zweiten „International Interim Management Meeting“ über Chancen und Perspektiven ihrer noch relativ jungen Branche zu informieren. Was sie hörten, dürfte sie gefreut haben.

„Wir werden 2006 rund 250 Projekte durchführen, das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“, sagt Sven Hennige, der Geschäftsführer der Robert Half Deutschland – einer Agentur, die sich unter anderem auf die Vermittlung von Managern auf Zeit spezialisiert hat. Insgesamt wird das Umsatzvolumen der deutschen Zeitmanager 2005 auf 400 bis 600 Mill. Euro geschätzt, nach Branchenangaben soll es bis 2012 auf zwei Mrd. Euro anwachsen.

„Wir sind zur richtigen Zeit in der richtigen Branche“, sagt Dietmar Kablitz, der Chef der Executive Interim Management GmbH. Aber warum eigentlich? Weshalb erledigen Unternehmen in Deutschland ihre Managementaufgaben nicht mehr selbst, sondern holen sich Hilfe von außen? Kablitz hat eine einfache Antwort: „Beim Interim-Management geht es häufig um den Aufbau von Auslandsaktivitäten, besonders in Asien und Osteuropa. Dieses Know-how können aber viele Unternehmen nicht vorhalten.“

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