Interimschef Reed wägt noch ab
Ex-Chef der NYSE droht Schadensersatzklage

Die New Yorker Börse (Nyse) wird bei ihrer heutigen Board-Sitzung voraussichtlich festlegen, ob sie ihren früheren Chef Richard „Dick“ Grasso verklagt. Gleichzeitig prüft der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer laut der Agentur Bloomberg, ob er Grasso zur Rückzahlung eines Teils seines Gehalts zwingen kann. Grasso musste im vergangenen Jahr zurücktreten, weil sein üppiges Gehaltspaket von insgesamt 188 Mill. $ einen Empörungssturm auslöste.

NEW YORK. Unterdessen ist die Kandidatensuche nach einem dauerhaften Chairman für den weltgrößten Aktienmarkt offenbar noch nicht abgeschlossen. Diesen Eindruck vermittelte der Interimschef der NYSE, John Reed, in einem Gespräch mit der New York Times. Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, dass Dennis Weatherstone, einst Leiter der Investmentbank JP Morgan, der Wunschkandidat der NYSE sei. Reed betonte jedoch, er favorisiere als Chairman (vergleichbar mit dem deutschen Aufsichtsratvorsitzenden) einen ehemaligen Manager aus Industriekreisen, ohne direkte Verbindung zur Wall Street.

Reed, Ex-Chef des Finanzriesen Citigroup, übernahm die Ämter des Chief Executive Officer (CEO) und Chairman der NYSE nur übergangsweise. Ab Donnerstag nächster Woche tritt John Thain, bislang Vize-Chef der Investmentbank Goldman Sachs, als dauerhafter Nachfolger Grassos den Posten des NYSE-CEO an.

Gegenüber der New York Times unterstrich Reed gestern, dass die Affäre um Grassos Gehalt das Ansehen des weltgrößten Aktienmarktes beschädigt habe. „Wir sind fest der Ansicht, dass ein Schaden besteht“, sagte Reed. „Jetzt stellt sich die Frage, was wir unternehmen: Sollen wir Herrn Grasso verklagen oder mit ihm verhandeln?“, so Reed.

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