Internet-Auftritte
Facebook für Führungskräfte

Wer ein Problem hat, der sucht gerne Trost und Rat bei Menschen, die in der gleichen Lage stecken. Vielleicht ist das, das Geheimnis hinter dem Erfolg der Internetplattform „Meet the Boss“ - eine Art „Facebook“ für Führungskräfte aus der Finanzbranche, die während der Finanzkrise rasant gewachsen ist.

LONDON. Anders als auf Facebook werden auf meettheboss.com aber keine Baby-Fotos getauscht, und geflirtet wird auch nicht. In den Videokonferenzen und den Foren, geht es ausschließlich und strikt um Professionelles und natürlich spielt die aktuelle Finanzkrise eine prominente Rolle.

Zugang zur Plattform bekommt nur, wen die Betreiber als Führungskraft der Finanzbranche einstufen, für Journalisten und all jene, die die Website gerne nutzen würden, um ihre Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, heißt es dagegen: „Wir müssen leider draußen bleiben“. „Wir lehnen etwa zwei Drittel aller Bewerber ab, das sind etwa 100 Anfragen pro Tag“, erläutert Spencer Green, Chairman von Meet the Boss.

Trotz dieser Ablehnungsquote hat die Website seit dem Start im vergangenen September 30 000 Mitglieder angezogen. Darunter Vorstände von Barclays, Goldman Sachs oder Visa. Die meisten Mitglieder stellt derzeit die französische Großbank BNP Paribas, gefolgt von der Deutschen Bank und dem US-Geldhaus Citigroup. „Bei 50 000 Members machen wir Schluss“, betont Green. „Wir wollen den Club exklusiv halten“.

Bislang hat die große Finanzkrise dem neuen Forum eher genutzt als geschadet. „Natürlich weiß man nicht, wie die langfristigen Folgen der Krise für uns aussehen werden, aber als die amerikanische Investmentbank Lehman-Brothers zusammengebrochen ist, hat der Verkehr auf unserer Seite um 60 Prozent zugenommen“, berichtet Green.

Über „Meet the Boss“ können die Führungskräfte nicht nur via Internet, Email oder SMS miteinander kommunizieren. Regelmäßig finden von Mitgliedern initiierte und moderierte Diskussionsforen statt. So hat zum Beispiel Gautam Bose von der US–Bank Wachovia gerade eine Diskussionsrunde zum Thema, „wie wird sich die aktuelle Krise auf das Management von Kundenbeziehungen auswirken“? gestartet.

Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Auch Werbung findet sich nur sehr spärlich auf der Seite. Finanziert wird das Projekt vom britischen Fachverlag und Konferenzveranstalter GDS International, der mit dem Projekt vor allem die Bindung an seine Kunden stärken will. „Natürlich versuchen wir, unsere Kosten zu decken, aber im Moment ist die Erzielung von Gewinnen nicht das wichtigste für uns“, betont Green.

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