Internet
Buchbranche fürchtet um Urheberrechte

Nicht nur die Musikindustrie muss im Internet um ihre Urheberrechte fürchten, gerade auch Schriftsteller und Verlage sehen sich einer - häufig legalen - Verbreitung ihrer Texte gegenüber. Nun regt sich heftiger Widerstand und ein Kampf um das geistige Eigentum ist entbrannt.

hps DÜSSELDORF. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels warnt vor einer Aushöhlung des Urheberrechts. Die Dachorganisation der Buchverlage und der Buchhändler fordert zusammen mit dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) und dem P.E.N.-Zentrum Deutschland von der Bundesregierung ein neues Konzept, um schöpferische Leistungen besser schützen zu können. In der gestern verabschiedeten "Frankfurter Mahnung" verlangt die Buchbranche von Bund und Ländern mehr finanzielle Mittel für die Wissensbereitstellung und-aufbereitung.

Die Unternehmensvertreter warnten gestern vor einer Fehlentwicklung bei den Urheberrechten. "So sollten die Pläne für Kürzungen bei den Abgaben der Vervielfältigungsgeräte endgültig aufgegeben werden", fordern Börsenverein und Schriftstellerverbände in der gemeinsamen "Frankfurter Mahnung". Die Branche sieht eine "dramatische Aushöhlung" des materiellen Wertes urheberrechtlich geschützter Werke durch moderne Kopiertechnologien. "Kreativität zählt zu den wertvollsten Rohstoffen unseres Landes, ein Garant für Erhalt und Mehrung kulturellen Reichtums, absolut schützenswert", sagte der VS-Vorsitzende Imre Török. Verlage und Autoren wenden sich nicht gegen die digitale Bibliothek deutscher Literatur im Internet. Doch der Urheber müsse souverän über das Schicksal seines Werkes entscheiden können.

Die Kontroverse um die Reform des Urheberrechts verschärft sich. Derzeit diskutiert der Bundestag die Novellierung des "Zweiten Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft" und die Umsetzung der Richtlinie der EU. Besonders umstritten sind dabei die Neuregelung bei unbekannten Nutzungsrechten, die Privatkopie und der Auskunftsanspruch gegenüber Internetserviceprovidern. Internetkonzerne wie Google und Yahoo boomen nicht zuletzt deshalb, weil sich Urheberrechte zum Nachteil der Verlage geschickt umgehen.

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